Luxemburg: Niedrige Arbeitslosenquote erschwert Suche nach Personal

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LuxemburgNiedrige Arbeitslosenquote erschwert Suche nach Personal

LUXEMBURG – Die Arbeitslosenquote ist auf dem niedrigsten Stand seit 13 Jahren. Für Arbeitgeber in so manchen Branchen erschwert das die Suche nach Mitarbeitern und Personal.

von
Marion Mellinger
ARCHIV - 15.05.2021, Baden-Württemberg, Heidelberg: Der Mitarbeiter einer Gaststätte rollt einen Stapel Stühle auf den Marktplatz. Das Gastgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern erlebte im Zuge der Corona-Pandemie einen personellen Aderlass. Doch über alle Branchen hinweg blieb die Beschäftigungslage weitgehend stabil. Auch dank Kurzarbeit. (zu dpa «Plus an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung trotz Corona») Foto: Uwe Anspach/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Während der Pandemie hat vor allem die Gastro-Branche gelitten: 2000 Arbeitnehmer haben die Branche in Luxemburg verlassen – und sind offenbar nicht zurückgekehrt.

Uwe Anspach/dpa

Zum ersten Mal seit Anfang 2009 lag die Arbeitslosenquote in Luxemburg am 31. März bei 4,7 Prozent. Innerhalb eines Jahres sank die Zahl der bei Adem registrierten verfügbaren ortsansässigen Arbeitssuchenden um 22 Prozent auf 14.576. Der Rückgang der Arbeitslosenquote ist zwar erfreulich, macht es aber nicht unbedingt leichter für die Branchen, die Schwierigkeiten haben, Personal einzustellen. Ende März waren 11.991 Stellen verfügbar (+49,1 Prozent im Jahresvergleich).

«Während der Pandemie haben 2000 Arbeitnehmer die Branche verlassen und sind nicht zurückgekehrt», sagt François Koepp, Generalsekretär des Horesca, «die Situation ist seit Jahren kompliziert, aber die Tatsache, dass die Arbeitslosigkeit auf einem Tiefpunkt ist, macht die Lage noch angespannter». Das Problem sei nicht, Menschen auszubilden, sondern motivierte Menschen zu finden. «Wir haben jahrelang dazu beigetragen, die Arbeitslosenquote zu senken, indem wir Menschen mit geringen oder keinen Qualifikationen beschäftigt und ausgebildet haben», sagt er.

«Die niedrige Arbeitslosenquote verschärft diesen Trend noch.»

Christel Chatelain, Direktorin für Wirtschaftsangelegenheiten bei der Handelskammer.

Anders sieht die Situation im Handwerk aus: «Ein qualifizierter Handwerker oder ein Arbeitnehmer mit einer gewissen Erfahrung findet leicht einen Arbeitsplatz», erklärt Christian Reuter, stellvertretender Generalsekretär des Handwerksverbands. Eine niedrige Arbeitslosenquote mache die Einstellung von Arbeitskräften im Handwerk deshalb nicht unbedingt schwieriger, erklärt er.

«Während der Gesundheitskrise sind die Personen, die den Arbeitsmarkt verlassen, sehr oft Grenzgänger, Zeitarbeiter oder befristet Beschäftigte, die nicht unbedingt in den Arbeitslosenzahlen erfasst werden», sagt Christel Chatelain, Direktorin für Wirtschaftsangelegenheiten bei der Handelskammer. In bestimmten Branchen wie etwa dem Hotel- und Gaststättengewerbe, dem Gesundheitswesen und dem Finanzsektor werde die Suche nach Arbeitskräften immer schwieriger. Viele Unternehmen müssten weiter in die Großregion und darüber hinaus gehen, um Personal zu rekrutieren. «Die niedrige Arbeitslosenquote verschärft diesen Trend noch», sagt Christel Chatelain und fügt hinzu: «Die große Herausforderung, vor der das Land steht, besteht darin, die Bedürfnisse der Unternehmen mit den Profilen der Arbeitssuchenden in Einklang zu bringen.»

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