In LuxemburgNoch viel Arbeit bei der Integration von Flüchtlingen
LUXEMBURG – Die «Association de soutien aux travailleurs immigrés» geht mit der Regierung scharf ins Gericht. Die Politik mache zu wenig für die Integration der Flüchtlinge.

Empfang und Integration so vieler Flüchtlinge «ist eine echte Herausforderung für Luxemburg». Zu diesem Schluss kommt die «Association de soutien aux travailleurs immigrés» (ASTI) in einer Pressemitteilung vom Montag. Demnach war 2015 zwar ein rekordverdächtiges Jahr, doch es seien weniger Flüchtlinge aufgenommen worden als im Rekordjahr 1999. Außerdem hat der Verband konstatiert, dass – im Vergleich zu den Vorjahren – weniger Wirtschaftsflüchtlinge im Großherzogtum angekommen seien. Viel mehr handele es sich um Asylsuchende aus Kriegsgebieten.
Überdies sei zu beobachten, dass sich viele Flüchtlinge gar nicht gezielt Luxemburg als Land ausgesucht haben. Sie hätten teilweise kaum Kenntnisse über Kultur und Sprache. Hauptaufgabe sei es deswegen, diese möglichst schnell zu vermitteln.
Obwohl die Erstversorgung zufriedenstellend funktioniere, so sieht ASTI eine Entwicklung, die der Verband nicht gutheißt. Die Integration werde teilweise von privaten Firmen übernommen, der Staat entziehe sich der Verantwortung. Das Olai sei völlig überfordert. Der Verband fordert die Regierung daher dazu auf, mehr Personal einzustellen. Nur so könne auch die Bearbeitung der Asylanträge endlich verkürzt werden.
(jg/L'essentiel)