Weniger Anträge – Nordafrikaner wollen seltener Asyl in Luxemburg

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Weniger AnträgeNordafrikaner wollen seltener Asyl in Luxemburg

LUXEMBURG - Aus den Maghreb-Staaten Tunesien, Marokko und Algerien kamen 2015 insgesamt 57 Asylbewerber ins Großherzogtum. 2014 war die Zahl deutlich höher.

2014 stellten noch deutlich mehr Nordafrikaner einen Asylantrag in Luxemburg.

2014 stellten noch deutlich mehr Nordafrikaner einen Asylantrag in Luxemburg.

DPA

Kommen im Zuge der Flüchtlingskrise auch immer mehr Menschen aus Nordafrika nach Luxemburg? Die sogenannten Maghreb-Staaten Algerien, Marokko und Tunesien sollen in Kürze zu sicheren Herkunftsländern erklärt werden - und damit wird eine Auswanderung deutlich erschwert. Doch eine Zunahme ist nicht zu registrieren - im Gegenteil. «Im Jahr 2015 kamen 25 Personen aus Algerien, 14 Personen aus Marokko und 18 Personen aus Tunesien als Asylbewerber nach Luxemburg», erklärt Romain Schneider (LSAP), Minister für Kooperation und humanitäre Aktion. Im Vergleich zu 2014 sei die Zahl stark rückläufig. Waren es damals noch 90 Asylbewerber, stellten 2015 nur 57 Personen aus diesen Herkunftsländern einen Antrag.

Jedoch schloss der Minister bei der parlamentarischen Antwort auf die Fragen vom Abgeordneten Marc Spautz (CSV) nicht aus, dass Menschen aus diesen Staaten unter falschem Pass einreisen. Er glaubt aber, dass die Sicherheitsvorkehrungen in Luxemburg sehr ausgereift sind. «Sollten Zweifel über das Herkunftsland des Bewerbers bestehen, muss die Person während der Anhörung in der Asylbehörde geographische und sozio-kulturelle Fragen über ihr angebliches Herkunftsland beantworten», sagt Schneider.

Schwierige Zusammenarbeit

Die Anerkennungsquote aus den drei nordafrikanischen Ländern lag zwischen 2010 und 2015 gerade einmal bei 0,41 Prozent. Dennoch ist eine Abschiebung nicht so einfach. Ein Rückführung wird meist auch noch durch die suboptimale Kooperation der ausländischen Behörden verzögert: So bezeichnet Schneider die Zusammenarbeit mit Tunesien als zufriedenstellend, mit Marokko als verbesserungswürdig und mit Algerien als stark verbesserungswürdig.

Zu der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer nach einem abgelehnten Asylantrag konnte Schneider keine Angaben machen. Derzeit halten sich noch 23 Asylbewerber in Luxemburg auf, die wieder in ihr Herkunftsland zurück müssen.

(hej/L'essentiel)

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