Erneuter Abschuss – Nordkorea feuert Langstreckenrakete ab

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Erneuter AbschussNordkorea feuert Langstreckenrakete ab

Nach Angaben Südkoreas hat Nordkorea eine Langstreckenrakete abgeschossen. Kims Regierung verkündet indes den erfolgreichen Start eines Satelliten in die Erdumlaufbahn.

Ungeachtet internationaler Warnungen hat Nordkorea nach Angaben Seouls eine Langstreckenrakete gestartet. Das südkoreanische Militär habe deren Flugbahn verfolgt, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit.

Mittlerweile hat Nordkorea den erfolgreichen Start eines Satelliten gemeldet. Mit einer Rakete sei er in die Erdumlaufbahn befördert worden, berichtete das Staatsfernsehen in einem Sonderbeitrag. Es würden weitere Satellitenstarts folgen. Zudem hieß es, der Start sei von Machthaber Kim Jong-un angeordnet worden.

Washington und Seoul sehen in Satellitenmissionen Nordkoreas einen Vorwand für den Test militärischer Langstreckenraketen. Der UN-Sicherheitsrat hat dem Land jegliche Nuklearversuche oder Tests mit ballistischen Flugkörpern verboten.

Trümmerteile fielen ins Meer

Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums in Seoul erklärte, eine Langstreckenrakete sei zwischen 9:30 und 9:35 Uhr von einer Rampe auf der nordkoreanischen Westküste abgefeuert worden. Allerdings sei das Geschoss rund sechs Minuten später von den Radarschirmen des südkoreanischen Militärs verschwunden. Später meldete der japanische Sender NHK, rund 14 Minuten nach dem Start seien 250 Kilometer vor der Südwestküste der koreanischen Halbinsel offenbar Trümmerteile ins Ostchinesische Meer gefallen. Regierungssprecher Yoshihide Suga sagte in Tokio, auf japanisches Territorium seien kein Schutt gefallen.

– The Straits Times (@STcom) February 7, 2016

Eine Aufnahme der Sohae Satelliten Station in Nordkorea. (via Twitter The Straits Times, Foto: Reuters)

Ministerpräsident Abe nannte den Raketenstart Nordkoreas und den jüngsten Atomtest des Landes eine Verletzung von UN-Vereinbarungen. «Wir können das absolut nicht erlauben», erklärte er vor Reportern. Zudem kündigte Abe Maßnahmen zum Schutz der japanischen Bevölkerung an.

Im Weißen Haus erklärte die nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice, Nordkoreas Raketen- und Nuklearwaffenprogramme stellten ernsthafte Bedrohungen der Interessen der USA und jenen ihrer engsten Verbündeten dar. Auch Frieden und Sicherheit in der Region würden dadurch untergraben.

UN-Dringlichkeitssitzung

Der UN-Sicherheitsrat hält heute Sonntag eine Dringlichkeitssitzung zu dem Raketenstart Nordkoreas ab. Die USA bestätigten das Treffen und forderten auch eine Teilnahme Japans an. Frankreich verlangt Konsequenzen: «Frankreich fordert heute im Sicherheitsrat eine schnelle und harte Reaktion der internationalen Gemeinschaft», hieß es am Sonntag aus dem Élyséepalast in Paris.

Seit seiner Machtübernahme Ende 2011 hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un drei Tests mit Langstreckenraketen befehligt. Zuletzt hatte das kommunistische Land im Dezember 2012 eine solche Rakete erprobt.

(L'essentiel/afo/sda)

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