Geflohener Forscher – «Nordkorea führt Menschenversuche durch»

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Geflohener Forscher«Nordkorea führt Menschenversuche durch»

Ein nordkoreanischer Flüchtling will Beweise dafür haben, dass Kim Jong-uns Regime Experimente an Menschen durchführt. Er will sie bald veröffentlichen.

Medical staff are dressed in protective suits as they wait by an ambulance, as seen in a reflection off the glass entrance of the Sunan International Airport, Monday, Oct. 27, 2014 in Pyongyang, North Korea. North Korea last week stepped up its measures to prevent the spread of the Ebola virus while a major travel agency that specializes in tours to the reclusive country said it had been informed Pyongyang may ban foreign tourists from visiting.(AP Photo/Wong Maye-E)

Medical staff are dressed in protective suits as they wait by an ambulance, as seen in a reflection off the glass entrance of the Sunan International Airport, Monday, Oct. 27, 2014 in Pyongyang, North Korea. North Korea last week stepped up its measures to prevent the spread of the Ebola virus while a major travel agency that specializes in tours to the reclusive country said it had been informed Pyongyang may ban foreign tourists from visiting.(AP Photo/Wong Maye-E)

Keystone/Wong Maye-e

Vor zwei Wochen behauptete Nordkorea: «Wir haben ein Heilmittel gegen Krebs, Aids, Tuberkulose und Ebola gefunden.» Jetzt wird klar, mit welchen Mitteln Diktator Kim Jong-un Wissenschaft betreibt.

Ein nordkoreanischer Experte für biochemische Waffen ist laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap nach Finnland geflohen. Im Gepäck hatte der Nordkoreaner, der als Lee bezeichnet wird, 15 Gigabyte Daten, die belegen ­sollen, dass das Regime Ex­perimente an Menschen durchführt. «Er gab an, dass er den Menschen-Experimenten skeptisch gegenüberstehe», sagte eine anonyme Quelle aus einer nordkoreanischen Menschenrechtsgruppe zur Nachrichtenagentur. Deswegen sei Lee aus einem mikrobiologischen Forschungszentrum nahe der chinesischen Grenze geflohen. Wo der Mann nun sei, ist laut der NZZ am Sonntag unklar. «Wir haben keine Informationen über ihn», sagte eine Sprecherin des finnischen Außenministeriums. Noch diesen Monat wolle der 47-jährige Dissident dem ­Europaparlament aber seine Daten vor­legen.

Regime täuscht Eltern behinderter Kinder

Es ist nicht das erste Mal, dass der Diktatur unter Kim Jong-un Menschenver­suche vorgeworfen werden. Bewiesen werden konnte dies bisher nicht. Amnesty International hofft, dass Lees Daten die fehlenden Belege enthalten. Im Dezember 2014 hatte ein geflohener nordkoreanischer Elitesoldat dem britischen Telegraph erzählt, dass sein Land biologische und chemische Waffen an behinderten Kindern und Erwachsenen teste. Den Eltern der Behinderten werde jeweils erzählt, dass man ihren Kindern medizinische Hilfe zukommen lasse. Auch an Häftlingen teste das Regime seine Waffen.

Nordkorea wird seit den 1950er Jahren vom diktatorischen Regime der Familie Kim geführt, um die es einen starken Personenkult betreibt. Das ostasiatische Land gilt als restriktivster Staat der Welt. Machthaber Kim Jong-un ist dafür bekannt, Menschen, die ihm in den Weg kommen, brutal zu beseitigen.

(L'essentiel/nsa)

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