Reporter behauptet – Not macht Nordkoreaner zu Kannibalen

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Reporter behauptetNot macht Nordkoreaner zu Kannibalen

Im vom Hunger geplagten Nordkorea treibt die Not die Menschen offenbar zum Äußersten. In mehreren Fällen sollen Menschen ihr eigenes Fleisch und Blut gegessen haben.

Den Nordkoreanern fehlte es bereits unter den früheren Führern Kim Il Sung (Statue links) und Kim Jong Il (Statue rechts) am Nötigsten. Jetzt soll der Hunger zu einer Welle von Kannibalismus-Fällen geführt haben.

Den Nordkoreanern fehlte es bereits unter den früheren Führern Kim Il Sung (Statue links) und Kim Jong Il (Statue rechts) am Nötigsten. Jetzt soll der Hunger zu einer Welle von Kannibalismus-Fällen geführt haben.

Keystone/AP/ng han Guan

Es ist ein Bericht, der zu pervers scheint, als dass man ihn glauben könnte. In einer zwölfseitigen Reportage lässt ein Journalist der Asia Press Nordkoreaner zu Wort kommen, die von einer absurden Entwicklung in ihrem Land berichten: Weil eine Hungersnot in den Provinzen Nord und Süd Hwanghae die Menschen zu Zehntausenden dahinraffe, würden immer wieder Eltern ihre eigenen Kinder essen.

Während seine Frau auf Geschäftsreise weilte, soll ein Mann zuerst seine ältere Tochter und dann seinen jüngeren Sohn getötet haben. Das Fleisch seiner Kinder bewahrte er anschließend zu Hause auf. Seine Frau schöpfte nach ihrer Rückkehr angesichts der plötzlich aufgetauchten «Vorräte» Verdacht und benachrichtigte die Polizei – diese fand dann Teile der Kinderkörper auf dem Grundstück.

Zahlreiche Kannibalismus-Fälle

Ein weiterer Mann soll zum Tode verurteilt worden sein, nachdem er seine zwei Kinder aus Hunger ermordet und gegessen hatte. Ein Großvater grub gemäß einem Informanten die Leiche seines verstorbenen Enkels wieder aus, um sie anschließend zu essen. In der «Sunday Times» kommt sogar ein Vertreter der Koreanischen Arbeiterpartei zu Wort, der bestätigt: «In einem Dorf in der Provinz Chongdan wurde ein Mann verhaftet, nachdem er sein eigenes Kind gekocht und gegessen hatte.»

Der Reporter, der die Zeugenaussagen für den Bericht der «Asia Press» aufgezeichnet hatte, zeigte sich «zutiefst schockiert über die zahlreichen Kannibalismusberichte», die ihm im Verlaufe seiner Recherche zu Ohren gekommen sind. Eine offizielle Bestätigung der geschilderten Verbrechen gibt es nicht, die Darstellungen des Journalisten werden in internationalen Medien aber als glaubhaft bezeichnet.

Schon in der Vergangenheit drangen immer wieder Berichte über Kannibalismusfälle in Nordkorea an die internationale Öffentlichkeit. Für Aufsehen sorgte unter anderem ein Fall, bei dem ein Mann elf Menschen getötet und die Leichenteile dann als «Schweinefleisch» verkauft hatte.

(L'essentiel Online/jbu)

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