Masters – «Nun kann ich glücklich in die Ferien gehen»

Publiziert

Masters«Nun kann ich glücklich in die Ferien gehen»

Roger Federer hat das Tennisjahr so beendet, wie er es begonnen hatte: mit einem großen Titel. Der Schweizer war nach dem verwandelten Matchball sichtlich erleichtert.

Geschafft! Roger Federer stemmt den großen Sieger-Pokal in die Höhe, Nadal applaudiert höflich.

Geschafft! Roger Federer stemmt den großen Sieger-Pokal in die Höhe, Nadal applaudiert höflich.

Keystone

Für eine kurze Zeit war nicht ganz klar, ob Roger Federers letzter Ball noch im Feld drin war. Doch dann streckte der Linesman beide Hände nach vorne und Federer durfte nach einem harten Stück Arbeit endlich jubeln. Zum achten Mal im 22. Duell schickte der Schweizer Rafael Nadal als Verlierer vom Platz. Der erste Sieg gegen den Erzrivalen seit Mai 2009 war gleichbedeutend mit seinem fünften Masters-Titel. Damit hat Federer die Bestmarke von Pete Sampras und Ivan Lendl eingestellt.

Die Weltnummer 2, die in dieser Saison ungewohnt viele Rückschläge einstecken musste, krönte so seinen goldenen Herbst und Federer zeigte sich nach der Partie dann auch sichtlich erleichtert über den doch noch versöhnlichen Saisonabschluss. «Nun kann ich überglücklich in die Ferien gehen», sagte Federer zu Heinz Günthardt im Platzinterview.

Der Baselbieter musste sich den Sieg gegen Nadal hart erkämpfen, hatte die Vorteile aber klar auf seiner Seite. «Der schnelle Belag kam mir sicherlich entgegen», analysierte Federer. «Ich habe konsequent durchgespielt und gut serviert, wenn man vom Hänger im zweiten Satz absieht, als Rafa mich breaken konnte.» Zu Beginn habe er beim Return etwas Mühe gehabt, sagte der frischgebackene Champion. Aber das sei gegen den Linkshänder Nadal normal. «Schließlich habe ich die Partie aber bestimmt und darauf bin ich sehr, sehr stolz. Zum Schluss habe ich doch wieder alles richtig gemacht in dieser Saison.»

Federer: «Gleichstand ist Rückschritt»

Federer hat der Konkurrenz in der finalen Tenniswoche tatsächlich wieder einmal gezeigt, zu was er noch immer fähig ist. Der Schweizer musste aber zugeben, dass er auch dank der starken Konkurrenz immer noch besser wird. «Klar pusht man sich gegenseitig. Gleichstand ist gleich Rückschritt», erklärte Federer und glaubt, dass er in diesem Jahr sicher besser gewesen sei, als 2003 als er zum ersten Mal Wimbledon gewonnen hatte. «Ob ich auch besser bin als 2005?» fragte sich der 29-Jährige dann gleich selbst. «Ich hoffe es, schließlich trainiere ich sehr hart und habe viel mehr Erfahrung. Ich versuche zusammen mit meinem Team mich auch immer wieder neu zu inspirieren.»

Einen Ausblick auf die kommende Saison wagte Federer zum Schluss auch noch. «Leider bin ich zu Beginn der Saison mit der Titelverteidigung bei den Australian Open gleich etwas unter Druck. Aber so kann ich natürlich gut in die Ferien gehen. Ich hoffe vor allem, dass ich unverletzt bleibe. Dann kann man auf den Platz gehen und schauen, wie es läuft. Sonst muss ich zu Hause bleiben und zuschauen. Das ist natürlich nicht so lustig.»

Nadal als fairer Verlierer

Der sichtlich enttäuschte Rafael Nadal zeigte sich wie gewohnt als fairer Verlierer. Der Spanier, dem von den großen Turnieren nur noch der Masters-Titel fehlt, gratulierte Federer zum Sieg. «Du hast die ganze Woche großartiges Tennis gespielt und den Titel verdient», so Nadal. Wie auch Federer vergaß die Weltnummer 1 ebenfalls nicht, sich artig bei den Organisatoren, Schiedsrichtern, Balljungen und natürlich auch beim großartigen Publikum zu bedanken.

(20min.ch/pre)

Deine Meinung