Finanzplatz Luxemburg – Nur ein «kleiner Akteur» in den «Pandora Papers»?

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Finanzplatz LuxemburgNur ein «kleiner Akteur» in den «Pandora Papers»?

LUXEMBURG – Nach der Veröffentlichung der «Pandora Papers» sind einige Politiker der Meinung, dass Luxemburg in den Ermittlungen nur geringfügig belastet wird.

Die «Pandora Papers» wirbeln gerade die Finanzwelt durcheinander. Auch Luxemburg wird darin erwähnt.

Die «Pandora Papers» wirbeln gerade die Finanzwelt durcheinander. Auch Luxemburg wird darin erwähnt.

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Trotz der 100.000 Dokumente, in denen Luxemburg auftaucht, scheinen die am Sonntag veröffentlichten «Pandora Papers» nach den großen «LuxLeaks»- und «OpenLux»-Skandalen eher ein kleineres Übel für das Großherzogtum zu sein. «Das ist keine große Sache», so Jean Paul Olinger, Direktor der Union des Entreprises Luxembourgeoises (UEL), es gehe um lediglich «0,84 Prozent der Akten». Insgesamt bestehen die Pandora Papers aus etwa 11,9 Millionen Dokumenten.

Ein großer Teil der luxemburgischen Politik sieht das ähnlich. Luxemburg werde «unter den Steueroasen nicht erwähnt, die meisten befinden sich in den Vereinigten Staaten, allen voran Delaware», so Laurent Mosar (CSV). Der Oppositionsabgeordnete hält Luxemburg für «einen sehr kleinen Akteur, der viel seltener auftritt als andere». Er hebt vor allem hervor, dass keine luxemburgische politische Persönlichkeit in diesen Dokumenten erwähnt wird, was seiner Ansicht nach «sehr positiv» sei. Angesprochen auf Absprachen, in die russische Oligarchen verwickelt sein sollen, räumte Mosar ein, dass jeder Finanzplatz mit «seltsamen Gestalten» zu tun habe. Er regt an, an Kontrollmechanismen zu arbeiten.

«Inakzeptable Praktiken»

Von Seiten der Mehrheitsfraktion herrscht ein vorsichtigerer Ton. Es sei schwierig, den Inhalt der Papers zu kommentieren, zu beurteilen und zu bewerten, wenn man nur die Berichte in der Presse lese, sagte André Bauler, DP-Vorsitzender des Finanz- und Haushaltsausschusses in der Chamber. Im Ausschuss sei das Thema am Montagmorgen nicht behandelt worden. «Der Finanzplatz Luxemburg ist nicht nur europäisch, sondern international, mit Millionen von Transaktionen pro Tag und Tausenden von Menschen, die dort arbeiten», erklärte er weiter.

Wenig überraschend sieht man die «Pandora Papers» bei déi Lénk kritischer. «Obwohl es noch zu früh ist, um politische Schlussfolgerungen zu ziehen, fordert die Partei bereits jetzt alle Bürger auf, sich über die Fakten zu informieren und ihre eigenen Schlüsse zu ziehen. «Nur durch die Mobilisierung und die Forderung nach strukturellen Änderungen des derzeitigen Finanzsystems können wir diese inakzeptablen Praktiken stoppen», so die Partei in einer Pressemitteilung.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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