Rugby-WM – Nur Schafe schlafen: Finale der Rugby-WM

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Rugby-WMNur Schafe schlafen: Finale der Rugby-WM

Neuseeland befindet sich im Ausnahmezustand. Die Insel im Pazifik fiebert dem Finale der Rugby-WM entgegen, wo die «All Blacks» auf Frankreich treffen.

Neuseeland gegen Frankreich ist die Neuauflage des WM-Finale von 1987, damals waren Cory Jane (L) und Vincent Clerc noch nicht im Einsatz.

Neuseeland gegen Frankreich ist die Neuauflage des WM-Finale von 1987, damals waren Cory Jane (L) und Vincent Clerc noch nicht im Einsatz.

AFP

Die Partie zwischen den All Blacks aus Neuseeland und Frankreich beendet am Sonntag in Auckland nach mehr als sechs Wochen ein Mammut-Turnier.

Der Kampf um das ovale Ei ist in Neuseeland Nationalsport. Die Vorbereitungen auf die landesweite Sieges-Sause laufen auf Hochtouren, eine Finalniederlage der All Blacks würde die Nation in kollektive Trauer stürzen. Gefeiert werden soll auf der Nord- und der Süd-Insel, in Farmhäusern auf dem Land und in den Pubs der Großstädte wie Auckland, Wellington oder Christchurch, wo nach dem verheerenden Erdbeben im Februar der Nachholbedarf an Jubelfesten besonders groß ist. Die WM-Spiele im beschädigten Stadion von Christchurch mussten in andere Orte verlegt werden.

«Wir müssen auch das Unerwartete erwarten»

Die Euphorie in der Bevölkerung ist nach sechs souveränen Siegen in sechs WM-Spielen riesengroß. Der furchteinflößende Maori-Tanz Haka, den die in schwarzer Kluft spielende Mannschaft vor jedem Match aufführt, hat seine Wirkung bisher nicht verfehlt. Das Team des 65 Jahre alten Trainers Graham Henry steckte sogar den Ausfall von Kultspieler Daniel Carter locker weg. Nach drei Vorrunden-Partien war für den Volkshelden die WM wegen einer Leistenverletzung beendet. Er musste sogar auf die Euphoriebremse treten. «Wir müssen auch das Unerwartete erwarten. Die Franzosen sind eine gefährliche Mannschaft», warnte Carter.

Neuseeland will WM-Fluch besiegen

Der vielleicht populärste neuseeländische Spieler seit der Rugby-Legende Jonah Lomu weiß, wovon er spricht. Bereits zweimal warfen die Franzosen die «Kiwis» aus einem WM-Turnier. Deshalb war vor Beginn der sechseinhalbwöchigen Mammut-Veranstaltung mit einem Etat von 170 Millionen Euro die Skepsis in Neuseeland durchaus groß, ob es trotz des Heimvorteils zum zweiten Titel reicht. Zu oft hatte ein WM-Fluch auf den stets favorisierten All Blacks gelastet - diesmal müssen sie aber nicht allzu schwarz sehen. 293 Punkte und 39 Versuche sind als Top-Werte ein starker Qualitätsnachweis.

Frankreich bisher enttäuschend

Frankreich steht zum dritten Mal nach 1987 und 1999 in einem WM-Finale. Doch wie «Les Bleus» dorthin gekommen sind, wissen die Blauen, die den Gastgebern zuliebe im Endspiel in weiß antreten, wohl selbst nicht genau. Als erstes Team in der WM-Geschichte qualifizierte sich Frankreich mit zwei Vorrunden-Niederlagen für das Endspiel. Lediglich beim 19:12 im Viertelfinale gegen England deutete die Auswahl von Trainer Marc Lievremont das durchaus vorhandene Potenzial an. Zittern musste sie beim 9:8 im Halbfinale über Wales, das am Freitag im Spiel um Platz drei 18:21 gegen Australien verlor.

L'essentiel Online
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(dpa)

Neuauflage des WM Finals 1987

Für die meisten Experten sind die Europäer krasser Außenseiter. Beide Teams standen sich bereits 1987 im ersten WM-Finale gegenüber. Damals gewann Neuseeland mit 29:9, und als Folge der Siegesfeier stieg die Geburtenrate an. Die Zahl der Schafe geht übrigens seit Jahren stetig zurück.

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