Laut SEW/OGBL – «Öffentliche Schulen folgen neoliberaler Logik»
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Laut SEW/OGBL«Öffentliche Schulen folgen neoliberaler Logik»

LUXEMBURG – Die Lehrergewerkschaft SEW/OGBL wirft der Regierung vor, zahlreiche Reformen im Alleingang zu entscheiden.

Die Lehrergewerkschaft beklagt einen «Mangel an Dialog».

Die Lehrergewerkschaft beklagt einen «Mangel an Dialog».

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Der Beginn des neuen Schuljahrs bietet der Lehrergewerkschaft SEW/OGBL wieder die Gelegenheit, Kritik an der Regierung zu üben. Die Gewerkschaft beklagte vor allem einen «Mangel an Dialog» seitens der Exekutive. Das Bildungsministerium riefe «mit spektakulären Ankündigungen ständig neue Projekte ins Leben, auf die nicht immer Ergebnisse vor Ort folgen», erklärte Gewerkschaftspräsident Patrick Arendt am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Die links-orientierte SEW/OGBL hat noch mehr zu bemängeln: «zu starke Autonomie der Gymnasien», «Profilierung von Strukturen, deren Nutzen nicht immer klar ist» oder den Programmwechsel für auszubildende Lehrer, welche so in «eine stressige Situation» geraten. Unter der Führung von Bildungsminister Claude Meisch folge die «öffentliche Schule einer neoliberalen Logik», sagt Arendt. «Seine Neutralität stellt sich in Frage, die Autonomie der Gymnasien geht in Hand mit immer größerer Offenheit gegenüber der Geschäftswelt.»

Benotungssystem überprüfen

Wenig überraschend fordert die Gewerkschaft mehr Chancengleichheit in öffentlichen Schulen. «Die Schüler mit den größten Schwierigkeiten müssen besonders gefördert werden», führt Jules Barthel, zuständig für den Sekundarunterricht, aus. Er fordert dazu auf, die Problematik der Sprachen ernstzunehmen, da das «für einige Schüler ein Problem sein kann.»

Die Gewerkschaft fordert auch das Bewertungsystem zu überprüfen, «das heute von einem Systemfehler gekennzeichnet» sei, jeweils mit unterschiedlichen Ausprägungen in den verschiedenen Zyklen. Gewerkschaftspräsident Arendt hofft, dass man zu einem «einheitlichen Bewertungssystem mit Noten zurückkehren wird, welche detaillierter als nur A, B, C und D sind».

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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