«Fake News»: Österreich dementiert russischen Bericht über Gaszahlung in Rubel
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«Fake News»Österreich dementiert russischen Bericht über Gaszahlung in Rubel

Österreich zahle russisches Gas weiterhin in Euro – nicht in Rubel. Kanzler Karl Nehammer hat einen Bericht der staatlich russischen Nachrichtenagentur Tass als «Fake News» zurückgewiesen.

11.04.2022, Russland, Moskau: Karl Nehammer, Bundeskanzler von Österreich, spricht während einer Pressekonferenz nach seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten Putin. Nehammer hat nach seinem Gespräch mit Putin über den Krieg in der Ukraine nach eigenen Angaben «keinen optimistischen Eindruck». Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Karl Nehammer, Bundeskanzler von Österreich, dementiert die Berichte, Österreich würde russisches Gas in Rubel bezahlen.

Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Österreich bezahlt laut Kanzler Karl Nehammer russisches Gas weiter nur in Euro. Einen Bericht der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass, wonach Österreich die Zahlung in Rubel akzeptiert hat, wies der konservative Regierungschef am Mittwoch in einem Tweet als «Fake News» zurück. «Österreich hält sich auf Punkt und Beistrich an die gemeinsam beschlossenen EU-Sanktionen.»

Nehammer hatte am Rande einer Regierungssitzung von Zahlungsbedingungen zwischen dem österreichischen Energiekonzern OMV und dem russischen Gaslieferanten Gazprom gesprochen. Russlands Präsident Wladimir Putin habe bei seinem Treffen mit Nehammer in Moskau vor zwei Wochen gesagt, dass weiter in Euro bezahlt werden könne. «Daran hat sich für uns nichts geändert», sagte der Kanzler am Mittwoch.

6,6 Milliarden Euro für Ausbau strategischer Gasreserven

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen die Euro-Beträge an die Gazprombank überwiesen werden, die sie dann in Rubel umwandelt. Eine entsprechende Übereinkunft mit der OMV ist demnach noch nicht abgeschlossen.

Zugleich will das Land seine strategischen Gasreserven ausbauen. Dafür sollen bis zu 6,6 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden, erklärten Nehammer und Energieministerin Leonore Gewessler. So solle sichergestellt werden, dass die Gasspeicher bis zum Winter zu 80 Prozent gefüllt seien. Im Moment liefere Russland auch nach dem Lieferstopp für Polen und Bulgarien Erdgas nach Österreich. Das Land deckt rund 80 Prozent seines Gasbedarfs mit Lieferungen aus Russland ab.

(DPA)

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