Nach Skandal-Video – Österreichs Kanzler beendet Arbeit mit Strache

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Nach Skandal-VideoÖsterreichs Kanzler beendet Arbeit mit Strache

Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache wir nach einem Enthüllungsvideo mit Korruptionsvorwürfen schwer belastet. Sebastian Kurz schließt eine weitere Zusammenarbeit mit dem FPÖ-Chef aus.

Laut Informationen der österreichischen Presseagentur APA schließt Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nach der Enthüllung der Ibiza-Videos eine weitere Zusammenarbeit mit seinem Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) aus.

Ein Rücktritt Straches scheint somit die einzig logische Schlussfolgerung. Eine Erklärung des Vizekanzlers wird zu Mittag erwartet.

In der Regierungskrise um ein belastendes Video wird Österreichs Vizekanzler und FPÖ-Chef Strache am Samstag um 11 Uhr bei Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Bundeskanzleramt erwartet.

Bildstrecke: Enthüllungsvideo belastet Vizekanzler Strache

Tritt Strache zurück?

Dem Vernehmen nach wird sich Strache danach an die Öffentlichkeit wenden. Auch Kurz wird das tun, hier wird der frühe Nachmittag genannt. Dass es bei diesem Gespräch um einen Rücktritt des Vizekanzlers oder ein Ende der Koalition gehen wird, wurde nicht offiziell bestätigt.

Bereits im Vorfeld hatte es allerdings von verschiedener Seite aus beiden Lagern geheißen, dass Strache nicht zu halten sei. Auch Neuwahlen standen am Vormittag bereits im Raum.

Unter dem Eindruck der Regierungskrise hat FPÖ-Spitzenkandidat Harald Vilimsky seine Teilnahme an einer Großveranstaltung rechtspopulistischer Parteien zu den Europawahlen abgesagt.

Die FPÖ werde am Treffen mit Italiens Innenminister Matteo Salvini am Samstag nun vom Europaabgeordneten Georg Mayer vertreten. Das sagte ein FPÖ-Sprecher der Nachrichtenagentur APA.

Korruptionsvorwürfe

Das von «Spiegel» und «Süddeutscher Zeitung» verbreitete Video aus dem Jahr 2017 zeigt den heutigen Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache im einem Gespräch mit einer angeblichen russischen Oligarchin.

Dabei geht es unter anderem um die Idee, die Frau solle die auflagenstärkste Zeitung Österreichs, die «Kronen Zeitung» erwerben, die FPÖ publizistisch fördern und im Gegenzug öffentliche Aufträge erhalten, sobald die Partei an der Regierung ist.

Salvini will Spitzenvertreter europäischer rechtspopulistischer Parteien zu einem Auftritt zum Ende der Wahlkampagne für die EU-Parlamentswahlen vereinen.

(L'essentiel/uten/sda/afp)

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