Rosa Lëtzebuerg: «Oft wenden sich Lehrer an uns, um sich über Transidentität zu informieren»

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Rosa Lëtzebuerg«Oft wenden sich Lehrer an uns, um sich über Transidentität zu informieren»

ESCH/ALZETTE – Nicolas Van Elsué von der LGBTIQ+ -Organisation Rosa Lëtzebuerg spricht anlässlich der Pride Week mit uns über die Entwicklung der queeren Gemeinschaft.

von
Séverine Goffin
Der 28-jährige Nicolas Van Elsué gehört zum Vorstand der Rosa Lëtzebuerg asbl.

Der 28-jährige Nicolas Van Elsué gehört zum Vorstand der Rosa Lëtzebuerg asbl.

L'essentiel: Ist die queere Gemeinschaft größer geworden?

Nicolas Van Elsué von Rosa Lëtzebuerg: Ja. Einer der Schwerpunkte der diesjährigen Pride Week sind die Rechte von trans-, nicht-binären und intersexuellen Menschen. Wir haben deshalb mit Intersex & Transgender Luxembourg zusammengearbeitet, weil es manchmal schwierig ist, für eine andere Minderheit der Gemeinschaft zu sprechen. Für mich wäre es kompliziert, über die Erfahrungen einer non-binären Person zu berichten, da meine Erfahrungen die eines jungen Schwulen sind.

Wie viele «Neuzugänge» gibt es?

Es sind mehr, als man denken könnte. Oft wenden sich Lehrer an uns, weil ihre Schüler über Transidentität und Non-Binarität sprechen wollen. Teenager sind mit diesen Begriffen durch das Internet aufgewachsen, für sie ist es normal und sie können sich leichter outen. Die Lehrer wollen inklusiv sein, fühlen sich aber manchmal von einer sich schnell entwickelnden Gemeinschaft überfordert.

Gleichzeitig existiert Homophobie noch immer…

Ja. In Brüssel, wo ich gelebt habe, haben uns eines Tages Leute aus einem Auto heraus beschimpft, als ich mit meinem Ex unterwegs war. Danach habe ich mich nie wieder getraut, in diesem Viertel mit ihm Händchen zu halten. In Luxemburg ist es weniger krass, da ist es mal eine unpassende Bemerkung oder abneigender Gesichtsausdruck.

Gibt es neben den aktuellen Forderungen welche, die es schon länger gibt?

Ja. Wir fordern für lesbische Paare einen leichteren Zugang zur gemeinsamen Elternschaft. Und dass Schwule bei Blutspenden nicht mehr standardmäßig als Risikogruppe eingestuft werden. Ein Hetero mit mehreren Partnern ist ein größeres Risiko als ein verheirateter Schwuler.

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