Krieg in der Ukraine : Oligarch nennt Putins Krieg «Irrsinn» und seine Armee «beschissen» 

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Krieg in der Ukraine Oligarch nennt Putins Krieg «Irrsinn» und seine Armee «beschissen» 

Der russische Milliardär Oleg Tinkow findet auf Instagram deutliche Worte zum Krieg gegen  die Ukraine. Er lässt an Putins Vorgehen kein gutes Haar und hofft auf die Weisheit des Westens. 

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Der Oligarch Oleg Tinkow nennt Putins Krieg gegen die Ukraine Irrsinn. 

Der Oligarch Oleg Tinkow nennt Putins Krieg gegen die Ukraine Irrsinn. 

Instagram/Oleg Tinkov
«Die Generäle sind mit einem Kater aufgewacht und haben festgestellt, dass sie eine beschissene Armee haben», ist eines der Zitate auf Instagram. 

«Die Generäle sind mit einem Kater aufgewacht und haben festgestellt, dass sie eine beschissene Armee haben», ist eines der Zitate auf Instagram. 

AFP
Oleg Tinkow war bis 2016 Besitzer eines Rad-Teams. Das Bild zeigt den Russen im Rahmen der 102. Ausgabe der Tour de France am 21. Juli 2015. 

Oleg Tinkow war bis 2016 Besitzer eines Rad-Teams. Das Bild zeigt den Russen im Rahmen der 102. Ausgabe der Tour de France am 21. Juli 2015. 

AFP

Der russische Milliardär Oleg Tinkow hat auf Instagram scharfe Kritik an dem von Präsident Wladimir Putin begonnenen Krieg gegen die Ukraine geübt – und erntet dafür grosse Zustimmung. Es gebe niemanden, der von dem Krieg profitiere. «Die Generäle, aus ihrem Rausch aufgewacht, haben erkannt, dass sie eine Scheißarmee haben», schrieb Tinkow in dem sozialen Netzwerk. Aber die Armee könne nicht gut sein, wenn das ganze Land im Dreck stecke, «in Vetternwirtschaft, Speichelleckerei und Unterwürfigkeit», kritisierte Tinkow.

Den Krieg nannte der Milliardär «sinnlos». Es würden unschuldige Zivilisten und Soldaten sterben. «90 Prozent der Russen sind gegen den Krieg», behauptete er. Zugleich forderte er vom Westen, Putin eine gesichtswahrende Möglichkeit zu geben, aus dem Krieg auszusteigen. Nur so könne das «Massaker» beendet werden, meinte er. 

Der Eintrag Tinkows wurde bis Mittwochmorgen schon von fast 100.000 Nutzern mit «Gefällt» markiert. Zudem wurde der Beitrag innerhalb kürzester Zeit fast 20.000 Mal kommentiert.

Bankier und Bierbrauer

Tinkow hat sein erstes Kapital mit dem Import von Elektronikwaren gemacht, ehe er dann eine Brauerei unter seinem Namen gründete. Zum Milliardär wurde er schließlich durch die Gründung einer Internetbank. Die Tinkoff Bank äußerte sich nicht zu der wortreichen Kritik ihres Großaktionärs an Putins Krieg.

Tinkow lebt nach einer Leukämie-Erkrankung seit einigen Jahren hauptsächlich im Ausland. Er war einer der ersten unter Russlands Superreichen, die den Krieg gegen die Ukraine kritisierten. Schon im Februar nannte er den russischen Angriff «unfassbar und sträflich».

Die russische Führung sollte ihr Geld lieber in die Bekämpfung von Krankheiten investieren, forderte er. In Moskau sind solche Aussagen inzwischen strafbar als Verunglimpfung der russischen Armee. Trotzdem fiel Tinkow als russischer Milliardär ebenfalls unter die Sanktionen, die Großbritannien gegen die russische Finanzelite verhängte.  

(AFP/pco)

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