Unterlassungsklage abgewiesen: Oliver-Pocher-Satire mit Boris Becker darf weiter gezeigt werden

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Unterlassungsklage abgewiesenOliver-Pocher-Satire mit Boris Becker darf weiter gezeigt werden

Der frühere Tennisstar Boris Becker ist mit seiner Unterlassungsklage gegen den TV-Komiker Oliver Pocher vor Gericht gescheitert.

ARCHIV - 05.04.2022, ---: KOMBO - Boris Becker, ehemaliger Tennis-Profi aus Deutschland (Archivfoto vom 05.04.2022, l) und Comedian Oliver Pocher (Archivfoto vom 17.09.2021). Der Streit schwelt schon länger, nun kommt er vor Gericht. Auslöser war ein Beitrag aus der RTL-Sendung «Pocher - gefährlich ehrlich». Ex-Tennisstar Becker sieht sich seinem Anwalt zufolge herabgewürdigt. (zu dpa "Gericht verhandelt Klage von Boris Becker gegen TV-Komiker Pocher") Foto: Stefan Rousseau/Felix Hörhager/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Auslöser für den Rechtsstreit zwischen Becker und dem Comedian war ein Beitrag aus der RTL-Sendung «Pocher - gefährlich ehrlich».

Frank Augstein/AP/dpa

Ex-Tennis-Profi Boris Becker ist durch einen satirischen Fernsehbeitrag von Komiker Oliver Pocher nicht in seiner Ehre und seinen Persönlichkeitsrechten verletzt worden. Das Landgericht im baden-württembergischen Offenburg wies eine entsprechende Klage Beckers am Dienstag nach Angaben einer Sprecherin ab.

Pocher hatte im Herbst 2020 in einer Sendung unter dem Motto: «Make Boris rich again» zu Spenden für Becker aufgerufen. Dabei kam ein dreistelliger Betrag zusammen. Eine Übergabe scheiterte, denn Becker weigerte sich, das Geld anzunehmen.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Um den Betrag dennoch unbemerkt bei Becker abgeben zu können, erschuf der Comedian daraufhin einen Fantasie-Modepreis mit einer Preistrophäe, in der das gesammelte Bargeld versteckt war. Becker nahm den Preis an, was in Pochers Sendung «Pocher – gefährlich ehrlich!" gezeigt wurde.

Becker, der derzeit eine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung in Großbritannien verbüßt, klagte vor dem Landgericht gegen die weitere Verfügbarkeit des Beitrags im Internet. Das Gericht begründete seine Ablehnung damit, dass es sich bei den Fernsehbildern um «Bildnisse der Zeitgeschichte» handle.

Bei der Abwägung zwischen dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit und dem Interesse des Klägers an seiner Privatsphäre überwogen aus Sicht der Kammer auf Grund der Umstände des Einzelfalls die Belange der Meinungs- und Rundfunkfreiheit. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(AFP)

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