Coronavirus in Luxemburg – «Omikron scheint weniger gefährlich zu sein»
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Coronavirus in Luxemburg«Omikron scheint weniger gefährlich zu sein»

LUXEMBURG – Ein Virologe des LNS berichtet über den aktuellen Stand der neuen Variante. Sollten sich die ersten Daten bestätigen, könnte ihr Auftreten eine gute Nachricht sein.

Im Großherzogtum wurde die Omikron-Variante bisher noch nicht nachgewiesen.

Im Großherzogtum wurde die Omikron-Variante bisher noch nicht nachgewiesen.

DPA

Die neue Corona-Variante Omikron beschäftigt derzeit Wissenschaftler auf der ganzen Welt. «Die ersten Daten zeigen, dass es viel ansteckender als die Delta-Variante ist, gleichzeitig aber weniger gefährlich ist, weil sie weniger schwere Krankheitsverläufe hervorruft», sagt Trung Nguyen, Leiter der Virologie des Nationalen Gesundheitslabors (LNS). Er betont, dass es sich um «Analysen handelt, die auf der Grundlage von einigen hundert Fällen erstellt wurden und daher noch bestätigt werden müssen».

Momentan scheinen die herkömmlichen Impfungen «etwas weniger wirksam gegen Omikron zu sein. Aber die dritte Dosis oder zwei Dosen sowie eine überstandene Infektion scheinen gut zu schützen». Sollten sich die ersten Analysen bestätigen, «wäre eine ansteckendere, aber weniger krank machende Variante eine gute Nachricht, da sie schließlich die Bevölkerung auf natürliche Weise immunisieren würde, ohne die Krankenhäuser zu sehr zu belasten», sagt der Virologe.

« Es ist nur eine Frage der Zeit »

Noch stecken die Forschungen zu der Variante aber in ihren Kinderschuhen. «Sie wurde am 24. November erstmals nachgewiesen», sagt Trung Nguyen. Omikron wurde in Südafrika entdeckt – ein Land, das nach Angaben Nguyens über große Analysekapazitäten verfügt.

Eine große Bevölkerung, eine hohe Bevölkerungsdichte und eine große Anzahl von Infektionen erhöhen das Risiko, dass ein Virus mutiert. Aus diesem Grund stammen die wichtigsten bisher entdeckten Varianten aus Ländern mit hoher Bevölkerungsdichte – Brasilien, Indien, Südafrika und Großbritannien. Dass Omikron auch in Luxemburg nachgewiesen wird, sei nur eine Frage der Zeit, sagt Nguyen, «da bereits alle angrenzenden Länder betroffen sind». Im Großherzogtum würden viele positive Fälle werden sequenziert, «wobei wir uns zunächst auf Personen konzentrieren, die von einer Reise zurückkehren, und auf Proben, bei denen eine erste Analyse eine mögliche Mutation festgestellt hat».

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

Ein Luxemburger infiziert.

Auch wenn die Omicronnoch nicht im Großherzogtum festgestellt wurde, hat sich bereits ein Luxemburger mit der neuen variante infiziert. Es handelt sich dabei um einen in Belgien lebenden Studenten. Er hatte Kontakt zu einer Person, die von einer Reise zurückgekehrt war. Er war seit seiner Infektion nicht mehr in Luxemburg.

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