«Blue Whale» – Online-Game treibt Teenies in den Tod
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«Blue Whale»Online-Game treibt Teenies in den Tod

In Russland begehen Jugendliche für ein Online-Spiel Suizid. Das Game dauert 50 Tage, während derer die Teilnehmer die Befehle des «Administrators» einhalten müssen.

Suizid begehen für ein Online-Game – was unglaublich klingt und die meisten von uns wohl gerade dazu veranlasst, sich fassunglos an die Stirn zu fassen, hat sich in Russland zu einem bescheuerten Trend entwickelt. Das Spiel, das als «Blue Whale» bekannt ist, hat in den vergangenen Tagen mindestens drei junge Frauen dazu getrieben sich von Hausdächern zu stürzten oder sich vor einen Zug zu werfen.

Ein Fremder bestimmt 50 Tage lang über dein Leben

Die lebensmüden Teilnehmer melden sich dafür auf der russischen Social-Media-Plattform «VKontakte» an, treten dem Spiel bei und erhalten anschließend einen Administrator. Ein selbsternannter Vormund stellt ihnen also während 50 Tagen je eine Aufgabe, verlangt stets ein Beweisfoto und bestimmt so über das Leben junger Menschen. Die allererste Aufgabe erfolgt meist um 4.20 Uhr und Rasierklingen und Messer gehören zur Grundausstattung des Todesspiels. Das Resultat sind etwa Fotos eines in die Haut geritzten Wals über den kompletten Unterarm oder – wie im Falle einer der toten Jugendlichen – ein Online-Abschiedspost mit dem Foto eins Wals und dem Wort «Ende».

Wie Medien berichten, untersucht nun eine Spezialeinheit der russischen Polizei die Fälle. Dafür werden auch ausdrücklich die sozialen Online-Kanäle der verstorbenen Teilnehmerinnen untersucht.

Wer nicht spurt, wird übrigens bedroht. Als sich etwa ein russischer Journalist für seine Recherche ins Game einloggte und seinen Kurator nach den Konsequenzen beim Ausstieg aus dem Spiel fragte, entgegnete dieser mit «Ich habe alle deine Informationen. Wir werden dich verfolgen.» Nicht gerade das, was sich ein pubertierender, womöglich psychisch kranker Teenager anhören sollte.

Menschen mit grossen mentalen Problemen

Noch nicht ganz klar ist, ob das Spiel nun wirklich echt oder doch nur ein dummer Hoax ist. Wer würde sich denn freiwillig so etwas Grausames antun? Die naheliegendste Erklärung: Labile Teenager mit Suizidgedanken und tiefschwarzem Humor. Auch Dagmar Pauli, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, zweifelt die Echtheit des Spiels an. Zudem meint sie: «Junge Menschen, die sich zu so etwas hingezogen fühlen oder gar so weit gehen, sich das Leben zu nehmen, haben schon zuvor große psychische Probleme.» Psychisch gesunde Jugendliche ließen sich nicht in solchem Mass von einem Spiel beeinflussen. Hätten wir uns jetzt auch denken können.

(L'essentiel)

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