Verbraucherschutz: Online- und Ladenkäufer Luxemburgs sollen mehr Rechte bekommen

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VerbraucherschutzOnline- und Ladenkäufer Luxemburgs sollen mehr Rechte bekommen

LUXEMBURG – Durch einen neuen Gesetzesentwurf sollen Online- und niedergelassene Händler ihren Kunden mit mehr Transparenz begegnen. Andernfalls drohen härtere Sanktionen.

Websites, die Kundenbewertungen anzeigen, müssen garantieren, dass die Bewertungen nur von Personen stammen, die das entsprechende Produkt auch gekauft haben.

Websites, die Kundenbewertungen anzeigen, müssen garantieren, dass die Bewertungen nur von Personen stammen, die das entsprechende Produkt auch gekauft haben.

Das luxemburgische Ministerium für Verbraucherschutz feiert einen neuen Erfolg. «Verbraucher werden deutlich mehr Rechte bekommen», heißt von der zuständigen Behörde. Die Abgeordnetenkammer hat am heutigen Mittwoch einen Gesetzentwurf zur Umsetzung einer entsprechenden EU-Richtlinie verabschiedet.

Nach Angaben des Ministerium soll Online-Shopping transparenter werden. Bei der Suchfunktion von Artikeln müssen die Suchmaschinen künftig auch zu erkennen geben, warum die Ergebnisse so und nicht anders aufgelistet werden. «Es könnte ja sein, dass Verkäufer Geld dafür bezahlen, damit ihre Produkte ganz oben angezeigt werden», erklärt das Ministerium. Weiterhin sollen Websites, die Kundenbewertungen enthalten, garantieren, dass diese Bewertungen auch nur von Personen stammen, die die Produkte auch gekauft und verwendet haben.

So müssen Online-Marktplätze künftig den Kunden auch erklären, ob die Angebote von einem Gewerbetreibenden oder einer Privatperson stammen und welche Auswirkungen dies auf die Rechte des Käufers hat. Außerdem darf bei den Verbraucherschutzregeln nicht unterschieden werden, ob der Kunde nun mit Geld oder mit der Preisgabe persönlicher Daten für das Produkt oder die Dienstleistung zahlt. In beiden Fällen müssen die gleichen Verbraucherschutzregeln greifen.

Schärfere Sanktionen für Händler

In Geschäften müssen die Händler künftig nach Ankündigung einer Preissenkung auch immer den sogenannten Referenzpreis angeben. Dieser beschreibt den niedrigsten früheren Preis, den das reduzierte Produkt in den letzten 30 Tagen gekostet hat. Dieser muss für die Kunden deutlich erkennbar angegeben werden.

Gewerbetreibende, die sich nicht an die Regeln halten, müssen mit schärferen Sanktionen rechnen. Die Geldstrafen können bis zu 4 Prozent des Umsatzes oder bis zu zwei Millionen Euro betragen. Außerdem kann das Ministerium für Verbraucherschutz nun formell schriftliche Verwarnungen an Gewerbetreibende aussprechen, wenn diese gegen die Verbraucherschutzbestimmungen verstoßen.

(ol)

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