Hochwasser in Großregion – Opferzahl in Rheinland-Pfalz steigt weiter

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Hochwasser in GroßregionOpferzahl in Rheinland-Pfalz steigt weiter

Tief Bernd hat die Großregion mit tagelangen Regenfällen unter Wasser gesetzt und dabei große Schäden angerichtet. Wir haben alle Infos im Ticker.

dpatopbilder - 21.07.2021, Rheinland-Pfalz, Dernau: Bagger beseitigen nach dem Hochwasser den Schutt auf den Straßen des Örtchens. Die Flut hat auch hier zahlreiche Häuser zerstört. Foto: Thomas Frey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

dpatopbilder - 21.07.2021, Rheinland-Pfalz, Dernau: Bagger beseitigen nach dem Hochwasser den Schutt auf den Straßen des Örtchens. Die Flut hat auch hier zahlreiche Häuser zerstört. Foto: Thomas Frey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Thomas Frey

Das Wichtigste in Kürze:

• Der Kreis Ahrweiler ist mit über 122 Toten besonders betroffen.

• In Nordrhein-Westfalen sind über 48 Opfer bestätigt.

• Auch in Belgien sind mindestens 14 Menschen den Fluten zum Opfer gefallen.

• Zahlreiche Häuser sind durch die Wassermassen eingestürzt

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Mittwoch, 21. Juli 2021

Opferzahl in Rheinland-Pfalz steigt weiter

Wie der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz am Abend bei einer Pressekonferenz auf dem Nürburgring bekannt gab, hat sich die Opferzahl im Bundesland von 122 auf 125 erhöht.

155 Menschen werden weiterhin vermisst, 764 Menschen wurden bei der Unwetter-Katastrophe verletzt.

Zoll darf Steuererleichterungen gewähren

Das Bundesfinanzministerium hat der Zollverwaltung erlaubt, den Flutopfern in den Katastrophengebieten steuerliche Erleichterungen zu gewähren. Betroffene sollten sich sobald als möglich bei dem für sie zuständigen Hauptzollamt melden, wie das Hauptzollamt Koblenz am Mittwoch mitteilt. Möglich seien unter Anderem die Stundung von Steuern oder der «Verzicht auf die Festsetzung bzw. Erlass aus Billigkeitsgründen», wenn die Antragssteller eine Existenzgefährdung nachweisen könnten. Das zuständige Hauptzollamt und weitere Details zu der Maßnahme finden Sie auf der Website des Zolls.

Hoffnung auf Rettung Überlebender sinkt

Die Vizepräsidentin des Technischen Hilfswerks (THW), Sabine Lackner, sieht kaum Chancen, knapp eine Woche nach den Überschwemmungen im Westen Deutschlands noch Überlebende zu finden. «Wir suchen aktuell noch nach Vermissten, etwa beim Räumen der Wege oder Auspumpen der Keller», sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). «Zu diesem Zeitpunkt ist es aber leider sehr wahrscheinlich, dass man Opfer nur noch bergen kann, nicht mehr retten.»

Auch am Dienstag wurden noch Menschen vermisst – allein 155 im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz. Rund 40.000 Menschen galten dort als betroffen von den Folgen des verheerenden Hochwassers und der Flut.

THW-Vize Lackner warnte vor schnellen Schuldzuweisungen, wonach ein besseres Warnsystem Tote hätte verhindern können. «Natürlich werden wir die Abläufe aufarbeiten müssen. Aber ich finde diese Debatte drei bis vier Tage nach der Katastrophe unglücklich.» Künftig benötige man wieder mehr bewährte Alarmsysteme, so Lackner. «Wieso nicht mit Lautsprechern vor Ort auf den Straßen warnen, wie zum Beispiel auch bei einem Bombenfund? Auch viele Sirenen sind in den letzten Jahren abgeschafft worden, die braucht es.»

Dienstag, 20. Juli 2021

Zahl der Toten im Kreis Ahrweiler steigt auf 122

Die Zahl der Todesopfer der Unwetterkatastrophe im Kreis Ahrweiler ist auf 122 gestiegen. Das sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in Koblenz. Bislang war die Rede von 117 Toten gewesen. Die Zahl der Verletzten stieg ebenfalls auf nunmehr 763.

Aktuell würden noch 155 Menschen vermisst, sagte der Sprecher weiter. Zuvor waren es 170.

Nach Angaben der Polizei geben sich in den rheinland-pfälzischen Katastrophengebieten Rechtsextremisten als «Kümmerer vor Ort» aus. «Wir haben die Lage in Bezug darauf genauestens im Blick (...)», schrieb die Polizei Koblenz am Dienstag in sozialen Netzwerken. Polizeiliche Maßnahmen bräuchten allerdings immer eine Rechtsgrundlage.

So lange nicht gegen geltendes Recht verstoßen werde, habe die Polizei keine Handhabe. Die Polizei schrieb weiter: «Wir werden in Abstimmung mit der technischen Einsatzleitung mit aller Entschiedenheit gegen Menschen einschreiten, die unter dem Anschein von Hilfe die Lage für politische Zwecke missbrauchen.»

Polizei führt 170 Menschen als vermisst

Nach der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz geht die Polizei derzeit von 170 Vermissten im Kreis Ahrweiler aus. Das sagte der Leiter der Kriminaldirektion in Koblenz, Stefan Heinz, einem Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz. Auf die Zahl kamen die Ermittler dem Sprecher zufolge nach dem Abgleich von Vermisstenmeldungen bei verschiedenen Stellen im Land. Teils seien Menschen mehrfach vermisst gemeldet worden.

Die Zahl der Toten stieg von Sonntag auf Montag um sieben auf 117. Davon wurden Heinz zufolge bislang 40 identifiziert. Die Identifizierung könne sehr schwierig sein, weil Menschen von den Fluten teils weit mitgerissen worden seien, erklärte der Sprecher. Bei sämtlichen Toten laufen den Angaben zufolge nun Todesermittlungsverfahren.

Montag, 19. Juli 2021

Seehofer rechnet mit Milliardenkosten

Bei einem Besuch im Katastrophengebiet an der Ahr hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Kosten für den Wiederaufbau auf mehrere Milliarden Euro geschätzt. «Das ist eine Ausnahmesituation, die wir auch bei aller Anstrengungen vor Ort nur in einem großen nationalen Kraftakt bewältigen können», sagte Seehofer am Montag in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

In Begleitung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD) machte sich Seehofer auch einen Eindruck von Hilfseinsätzen wie dem Aufbau mobiler Trinkwasseranlagen durch das Technische Hilfswerk (THW). Der Katastrophenschutz in Deutschland sei gut aufgestellt, sagte Seehofer. Bund, Länder und Kommunen müssten sich aber auch gemeinsam Gedanken machen, welche Lehren aus dem Krisenmanagement zu ziehen seien. Es wäre falsch «in der Arroganz (zu) verharren», dass man nichts mehr verbessern könne.

Mindestens 117 Tote

Die Zahl der Toten nach den verheerenden Überschwemmungen im Kreis Ahrweiler ist auf 117 gestiegen. Zudem seien mindestens 749 Menschen verletzt worden, teilte eine Sprecherin der Polizei in Koblenz am Montag mit. Wie viele Menschen noch vermisst werden, ist weiterhin unklar.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) besucht am (heutigen) Montag in Ahrweiler ein Krankenhaus. Nach Angaben des Technischen Hilfswerks (THW) will er sich vor Ort einen Eindruck von den THW-Arbeiten in den besonders von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten verschaffen. Zuvor besucht er in Nordrhein-Westfalen Einsatzkräfte an der Steinbachtalsperre.

Aufräumarbeiten sind ruhig verlaufen

Nach den Überschwemmungen sind die andauernden Aufräumarbeiten in Koblenz und Trier ruhig verlaufen. In der Nacht zum Montag habe es keine dramatischen Wendungen gegeben, teilte ein Polizeisprecher in Koblenz mit. Der Pegelstand sei ebenfalls leicht gesunken. Über die Zahl der Vermissten konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. «Wir sind gerade dabei die Vermisstenmeldung abzuarbeiten und können daher keine verlässliche Zahl angeben,» hieß es.

Im stark betroffenen Stadtteil Ehrrang in Trier haben die Einsatzkräfte am Sonntagabend alle Keller der 700 überschwemmten Häuser leergepumpt. In der Nacht zu Montag sei das Wasser jedoch erneut leicht angestiegen, teilte ein Sprecher der Stadt Trier mit. Daher sei die Feuerwehr am Montagmorgen in einer kleineren Besetzung vor Ort. Bei den Aufräumarbeiten wurden am Sonntag vier Mitarbeiter der Feuerwehr und der Stadt leicht verletzt. Auch die Stadtreinigung wird dem Sprecher zufolge noch für mindestens einen Tag die Berge an Sperrmüll räumen. «Es sieht aus wie im Krieg.»

Die finanziellen Hilfen werden für die Stadt Trier in den kommenden Tagen ebenfalls eine Herausforderung sein. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte am Wochenende Soforthilfen für die betroffenen Gebiete angekündigt. Diese sollten über die Kommunen ausgezahlt werden, erklärte der Sprecher. Die Stadtverwaltung kümmere sich daher im Laufe des Tages darum, wie die konkrete Auszahlung aussehen soll.

Sonntag, 18. Juli 2021

CGDIS meldet sich aus Ahrweiler

Das Corps grand-ducal d'incendie et de secours (CGDIS) hilft im schwer von den Fluten betroffenen Kreis Ahrweiler. Feuerwehrleute seien mit dem Flugzeug in schwer zugängliche Regionen gebracht worden, wie das CGDIS auf Facebook mitteilt. Dort führten sie Rettungseinsätze durch.

Ein Hilfsteam von 22 Feuerwehrleuten, Krankenschwestern und Krankenwagenfahrern habe am späten Nachmittag am Nürburgring die aktuelle Mannschaft abgelöst. Der Einsatz werde voraussichtlich bis mindestens Mitte der Woche dauern.

Suche nach Vermissten hat Vorrang

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) geht von einem «Kraftakt auf lange, lange Zeit» aus, bis der Wiederaufbau in den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten bewältigt ist. «Es wird lange dauern, bis die Leute wieder sagen können: Ich erkenne meine Heimat wieder», sagte sie am Sonntag bei einem Besuch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Adenau.

Vorrang habe nun die Suche nach den noch immer Vermissten. «Wir werden nicht ruhen, bis die Menschen, die vermisst werden, gefunden werden», versprach sie. Auch Merkel sagte, die Rettungsarbeiten hätten «absoluten Vorrang».

Merkel besucht Katastrophengebiet

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei ihrem Besuch in den vom Hochwasser schwer getroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz schnelle Hilfe angekündigt. «Wir stehen an Ihrer Seite, Bund und Land», sagte sie am Sonntag in Adenau im Kreis Ahrweiler. Bund und Land würden dabei Hand in Hand arbeiten.

Sie sei gekommen, um sich ein reales Bild von den surrealen, «gespenstischen Bildern» vor Ort zu verschaffen, sagte Merkel. «Die deutsche Sprache kennt kaum Worte für die Verwüstung, die hier angerichtet ist.»

Christof Stache/POOL AFP/dpa

Begleitet wurde die Kanzlerin unter anderem von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Die Unwetterkatastrophe im Landkreis Ahrweiler hat bislang 110 Todesopfer gefordert, 670 Menschen wurden verletzt. Zudem wurden in Nordrhein-Westfalen nach derzeitigem Stand 46 Todesopfer registriert.

Bundeswehr fährt mit Panzern in Krisengebiet auf

Die deutsche Bundeswehr ist mit rund 850 Soldaten in mehreren vom Unwetter stark betroffenen Landkreisen und Städten vor Ort. Die Einsatzkräfte befreien Straßen von Schlamm und Geröll, helfen bei der Suche nach Vermissten und bringen Verletzte in Krankenhäuser.

Panzer helfen in Nordrhein-Westfalen bei der Bewältigung des Hochwassers. DPA/David Young

In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind drei Berge- und acht Transportpanzer, fünf geländegängige Gabelstapler, 16 Krankentransporter, zwei Hubschrauber, Boote und Dutzende Lkw im Einsatz. Im Landkreis Ahrweiler baut die Bundeswehr ein Feldbettenlager, in Leverkusen füllt sie Sandsäcke. Im Kreis Euskirchen betreuen die Soldaten Notunterkünfte, leisten Rettungstransporte und räumen Straßen. Und in Essen bauen sie eine 30 Meter lange Brücke auf.

Das im Jahr 2013 geschaffene Kommando «Territoriale Aufgaben» ist für die zivil-militärische Zusammenarbeit in Deutschland zuständig und koordiniert Einsätze der Streitkräfte im Inland. Es sammelt rund um die Uhr Daten zu deutschlandweiten Wetter- und Umweltereignissen. (DPA)

Merkel im Katastrophengebiet

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte die besonders betroffene Eifel am Sonntagmittag besuchen. Während sich dort und im Südwesten von NRW die Wassermassen vielerorts zurückgezogen haben, sorgten neue Regenfälle in Südostbayern, der Sächsischen Schweiz und Österreich für Überschwemmungen. Besonders betroffen ist das Berchtesgadener Land. «Fahrzeuge auf den Straßen wurden zum Spielball der Wassermassen», berichtete ein Einsatzleiter. Für Sonntag ist dort weiterer starker Regen vorhergesagt.

Christoph Reichwein/TNN/dpa

Merkel wird den Planungen zufolge zunächst die Eifelgemeinde Schuld besuchen, die besonders schwer verwüstet wurde. Danach (14.30 Uhr) ist ein Pressestatement mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in Adenau etwa 50 Kilometer westlich von Koblenz geplant.

Freitag, 16. Juli 2021

Freizeitpark unter Wasser

Der Freizeitpark Walibi im belgischen Wavre musste bis auf Weiteres seine Tore schließen – er steht unter Wasser, wie Drohnenbilder auf Facebook zeigen. Von der Achterbahn sieht man derzeit nur noch die obersten Streckenelemente.

Andere Attraktionen liegen momentan ganz unter den Wassermassen begraben.


Haus brennt ab

Die Lage bleibt auch in Belgien am Freitag unübersichtlich. Dort wurden am Nachmittag 23 Todesopfer gemeldet, viele Menschen werden noch vermisst.

In der stark von den Überschwemmungen betroffenen Ortschaft Chênée wurden am Donnerstag drei mehrstöckige Häuser durch einen Brand zerstört. Die Feuerwehr konnte aufgrund der unzugänglichen Lage nicht helfen, wie «L'avenir» berichtet. Im Haus befanden sich zum Zeitpunkt des Brandes mehrere Personen im Inneren der Häuser.

Zahl der Toten steigt auf 106

Die Zahl der Unwettertoten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat sich nach Polizeiangaben auf mindestens 106 erhöht.

«Das Leid nimmt heute so dramatisch zu», sagte die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz Malu Dreyer . Es sei «eine nationale Katastrophe». Die Einschätzung ihrer Landesregierung sei inzwischen, dass die Schäden «so dramatisch» seien, «dass wir noch lange Zeit mit dem Thema zu tun haben». Dabei bezeichnete sie die Lage auch als «Horror». «Da könnte man eigentlich nur noch weinen.»

Menschen harren seit 36 Stunden auf Dächern aus

In Belgien steigt die Zahl der Toten in Zusammenhang mit den schweren Unwettern weiter. Wie die Nachrichtenagentur Belga am Freitag unter Berufung auf den Gouverneur der Provinz Lüttich berichtet, kamen mindestens 23 Menschen in Wallonien ums Leben. Bislang seien in der Provinz Lüttich nur sechs von 20 dort gefundenen Leichen identifiziert worden.

Es gebe immer noch Menschen, die seit 36 Stunden ohne Essen und Trinken auf Dächern ausharrten. Nach Informationen des Senders RTBF wurden in der Provinz Lüttich zudem am Mittag noch 13 Menschen vermisst. Auch in Lüttichs Nachbarstadt Verviers ist die Lage katastrophal.

Polizei warnt «schaulästige» Hochwasser-Touristen

In der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz warnt die Polizei Hochwassertouristen vor der Fahrt in Gebiete mit Zerstörungen. «Das Eine ist, dass sie betroffene Anwohner sich in ihren Vorgärten wie im Zoo fühlen lassen», sagte Lars Brummer vom Polizeipräsidium Koblenz am Freitag mit Blick auf fotografierende Schaulustige. «Das Andere ist, dass sie Rettungswege behindern können.» In den Katastrophengebieten gebe es nicht mehr so viele einwandfreie Straßen – diese müssten frei bleiben für Krankenwagen, Polizei und Rettungskräfte.

Die Polizei rufe auch in den sozialen Medien dazu auf, die Hochwassergebiete weiträumig zu umfahren. «Ich spreche von Schaulästigen, nicht von Schaulustigen», ergänzte Brummer. «Es wird immer welche geben. Wenn wir die antreffen, bekommen die eine Ansage und zur Not auch einen Platzverweis.»

Erneut die dringende Bitte:
➡️Haltet euch vom Katastrophengebiet fern!
Ihr bringt Euch sonst selbst in Gefahr & blockiert Rettungswege!#Ahr #Ahrweiler #Hochwasser #unwetterlageRLP— Polizei Koblenz (@Polizei_KO) July 16, 2021

Inge Fleischmann, die am Freitag in Sinzig im Kreis Ahrweiler Anwohnern mit vom Hochwasser zerstörten Häusern half, sagte, am Donnerstag seien viele Leute durch das Wohnviertel gefahren – «einfach um zu gaffen». Manche hätten extra Gas gegeben, «um uns alle vollzuspritzen». Fotografierenden Hochwassertouristen habe sie gesagt, sie sollten lieber bei den Aufräumarbeiten helfen.

Jetzt über 100 Todesopfer in Deutschland

Rheinland-Pfalz bestätigt mittlerweile 63 Todesopfer im Zusammenhang mit der Unwetterkatastrophe im Ahrtal. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen auf 106.

Zahlreiche Menschen werden noch in beiden Bundesländern vermisst.

Zahl der Toten in Belgien steigt auf mindestens 14

Die Zahl der Toten in Folge des Unwetters und der Überschwemmungen ist auch in Belgien weiter gestiegen. Über Nacht fanden die Einsatzkräfte in der Wallonischen Region weitere Tote - somit forderte das Unwetter bisher mindestens 14 Menschenleben, wie die Nachrichtenagentur Belga am Freitag berichtete.

Zahl der Todesopfer in Nordrhein-Westfalen steigt weiter

Die Zahl der Todesopfer in Nordrhein-Westfalen steigt auf 43, wie das Innenministerium bekannt gegeben hat. Damit sind in Deutschland mindestens 95 Menschen dem verheerenden Unwetter vom Mittwochabend zum Opfer gefallen.

Rheinland-Pfalz hat mindestens 52 Todesopfer zu beklagen, wie Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Freitagmorgen in Trier mitteilte.

Dreyer: «Die Lage ist weiterhin extrem angespannt»

Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz ist nach Aussage von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) noch keine Entwarnung in Sicht. «Die Lage ist weiterhin extrem angespannt in unserem Bundesland. Das Leid nimmt auch gar kein Ende», sagte sie am Freitag beim Besuch der Leitstelle der Berufsfeuerwehr in Trier. Die Zahl der Toten steige weiter. Vor gut einer Stunde habe die amtliche Zahl bei 52 gelegen. «Aber sie ist auch möglicherweise schon wieder gestiegen», sagte Dreyer.

Überall gehe jetzt das Wasser zurück, daher würden nun Menschen gefunden, die bei der Katastrophe ertrunken seien. «Und da könnte man eigentlich nur noch weinen. Das ist ein Horror. Das ist alles ganz, ganz schlimm, wenn Existenzen berührt sind. Wenn Häuser kaputt sind, wenn Straßen aussehen, wie wir das gesehen haben - aber dass Menschen sterben bei dieser Katastrophe, das ist wirklich ganz furchtbar», sagte Dreyer.

Wie viele Menschen noch vermisst seien, dazu gebe es derzeit «ganz unterschiedliche Zahlen». «Wir können die auch im Moment nicht wirklich verifizieren, weil wir natürlich wirklich hoffen und beten, dass viele davon einfach Menschen sind, die aufgrund der permanenten Störung des Mobilfunks, der Nichterreichbarkeit der Menschen, dass das einfach dadurch verursacht ist.»

Bezirksregierung Köln meldet Todesopfer nach Hauseinstürzen in Erftstadt

Obwohl der Unwetter-Höhepunkt überschritten ist, sind aufgrund fortschreitender Unterspülungen durch die Wassermassen mehrere Gebäude im nordrhein-westfälischen Erftstadt-Blessem eingestürzt. Dabei sollen der Bezirksregierung Köln zufolge auch Menschen zu Tode gekommen sein. Eine genaue Zahl der Todesopfer wurde nicht bekanntgegeben.

Obwohl der Großteil der Gebäude evakuiert sein sollte, erreichen die Rettungskräfte Notrufe von Menschen, die entgegen der Warnungen ins Gefahrengebiet zurückgekehrt sind. Zahlreiche Menschen werden vermisst. Die Rettung gestaltet sich aufgrund der Überschwemmungen oft schwierig.

Eifelkreis Bitburg-Prüm veröffentlicht schockierende Luftbilder aus der Hochwasser-Region

Die Landesfacheinheit PUMA Fotos und Videos hat am gestrigen Donnerstag das Katastrophengebiet des Eifelkreises Bitburg-Prüm mit dem Hubschrauber überflogen. An Bord war auch der Beigeordnete Rudolf Rinnen, um sich einen «Überblick über die Gesamtlage mit ihren maßlosen Schäden» zu verschaffen. Verletzte habe es im Eifelkreis keine gegeben, auch sei niemand vermisst gemeldet.

Bildstrecke: Hochwasser in der Eifel

Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz steigt auf 50

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz hat am Freitagmorgen bekanntgegeben, dass die Zahl der Todesopfer im schwer getroffenen Ahrtal mittlerweile auf 50 gestiegen ist. Damit erhöht sich die Gesamtzahl in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auf 81.

Gleichzeitig werden im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler noch 1300 Menschen vermisst, wie die Kreisverwaltung am Donnerstagabend mitteilte. Dies könne auch daran liegen, dass das Mobilfunknetz nach wie vor lahmgelegt sei, so eine Sprecherin der Kreisverwaltung gegenüber der Bild-Zeitung.

Neun Tote und vier Vermisste nach Unwettern in Belgien

Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Unwettern im östlichen Belgien ist bis zum späten Donnerstagabend auf neun gestiegen. Zudem werden vier Menschen vermisst, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete. Bereits am Morgen hatte es erste Meldungen über Tote gegeben. Innenministerin Annelies Verlinden hatte den Katastrophenschutzmechanismus der EU in Anspruch genommen, Frankreich, Italien und Österreich hatten Hilfe angeboten. König Philippe von Belgien und Königin Mathilde fuhren den Angaben zufolge in die besonders betroffene Gemeinde Chaudfontaine. Der zentrale Bahnhof der Stadt Lüttich mit knapp 200.000 Einwohnern wurde am Nachmittag geschlossen.

In der Stadt waren Belga zufolge zudem die Strom-, Gas- und Wasserversorgung beeinträchtigt. Wer an der Maas lebt, wurde dazu aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Auch in anderen Provinzen mussten Menschen in Sicherheit gebracht werden. Wie in Deutschland hielten starke Regenfälle und Überschwemmungen Einsatz- und Sicherheitskräfte im Osten des Landes seit der Nacht in Atem. Ministerpräsident Alexander De Croo schrieb auf Twitter: «Wir sichern allen Betroffenen sowie den örtlichen Behörden unsere volle Unterstützung zu.»

Donnerstag, 15. Juli 2021

Hunderttausende sollen Lüttich verlassen

Im belgischen Lüttich sind die Anwohner der Maas wegen des steigenden Hochwassers aufgerufen worden, sich aus ihren Häusern in Sicherheit zu bringen. Es herrsche nach Angaben der örtlichen Behörden eine «außergewöhnliche Krisensituation», da der Pegel der Maas weiter steige – bis zu 1,50 Meter in den kommenden Stunden. Wer sein Haus nicht mehr verlassen kann, solle sich ins oberste Stockwerk begeben und kein Risiko eingehen. In Lüttich wohnen etwa 200.000 Menschen. Auch das Zentrum der Stadt ist von Überschwemmungen bedroht.

Neun weitere Tote

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz geht von neun weiteren Todesopfern durch die Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz aus. «Wir gehen davon aus, dass wir neun weitere Tote bergen konnten durch die Feuerwehr, das ist jedenfalls die Meldung der technischen Einsatzleitung», sagte Lewentz am Donnerstagabend im SWR Fernsehen.

Zuvor wurden aus Nordrhein-Westfalen vier weitere Tote gemeldet. Damit steigt die Zahl der Todesopfer in Deutschland auf insgesamt 58.

Polizeihelikopter rettet Menschen von Hausdächern

«Es gibt Tote, es gibt Vermisste, es gibt viele, die noch in Gefahr sind», sagt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Landtag in Mainz. «Es ist wirklich verheerend.» Ganze Orte seien überflutet, Häuser einfach weggeschwommen.

Polizeihelikopter sind unterwegs, um Menschen von Hausdächern zu retten. Es gebe sehr viele Vermisste, sagt Dreyer. Es sei unklar, ob sie sich selbst hätten retten können. Sie zu erreichen, sei schwierig, da Strom- und Telefonleitungen sowie das Mobilfunknetz zum Teil ausgefallen sei.

Sieben Menschen von Hausdach gerettet

In Waxweiler (Eifelkreis Bitburg-Prüm) sind sieben Menschen mit Hilfe eines Helikopters von einem Hausdach gerettet worden. Die Einsatzkräfte hatten das Haus nicht mehr per Boot erreichen können. Der Südwestdeutsche Rundfunk meldet zudem, das bei Langsur-Metzdorf drei Personen auf dem Fluss Sauer treiben. Wegen der starken Strömung könnten sie aber derzeit nicht geborgen werden.

Trauerbeflaggung am Freitag angeordnet

An allen Behörden in Rheinland-Pfalz werden die Fahnen am Freitag auf halbmast gesetzt. Ministerpräsidentin Malu Dreyer habe nach der Unwetterkatastrophe im Norden des Landes für die Dienstgebäude Trauerbeflaggung angeordnet, teilte die Staatskanzlei am Donnerstagabend in Mainz mit. Damit werde ein «sichtbares Zeichen der Trauer» gesetzt.

Dreyer stellt Katastrophenhilfe von 50 Millionen Euro in Aussicht

Nach der Unwetterkatastrophe im nördlichen Rheinland-Pfalz soll nach Angaben der Landesregierung eine kurzfristige Unterstützung von 50 Millionen Euro bereitgestellt werden. Damit sollen Schäden der öffentlichen Infrastruktur behoben werden, also etwa an Straßen, Brücken und anderen Bauwerken, wie die Landesregierung am Donnerstag auf Twitter mitteilte. «Schäden in Kommunen sind immens», erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und fügte hinzu, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) Unterstützung vom Bund zugesagt hätten.

Krankenhaus in Trier-Ehrang wird evakuiert

Weil ein Tank im Trierer Stadtteil Ehrang zu explodieren droht, sind rund 2000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Von der Maßnahme ist auch das Krankenhaus betroffen. Die Leute sind mit Booten und Radladern evakuiert und teilweise über die Fenster gerettet worden.

Wie der Stadtsprecher erklärte, haben sich viele Menschen geweigert, ihre Häuser zu verlassen. Allerdings sei die Evakuierung alternativlos, da das Wasser zum Teil meterhoch in den Straßen stehe. Weder Strom- noch Wasserversorgung funktioniere derzeit.

Polizei Köln meldet 20 Unwetter-Opfer

20 Menschen sind in der Region Köln während dem Unwetter vergangene Nacht gestorben. 15 davon im Raum Euskirchen, drei aus Rheinbach und zwei in Köln selbst, so die Polizei am Donnerstagnachmittag.

Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Todesopfer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auf 42.

18 Tote nach Unwetter im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler

Im Zusammenhang mit der schweren Hochwasserkatastrophe hat sich die Zahl der Toten im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler auf mindestens 18 erhöht. Das teilte die Polizei Koblenz am Donnerstag mit.

Die Gesamtzahl der Unwetter-Opfer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz steigt damit auf 33.

Lüttich wird evakuiert

Die Stadtverwaltung der belgischen Großstadt Lüttich zieht nach den dramatischen Überschwemmungen der vergangenen Nacht die Reißleine und ordnet eine Evakuierung an. In der Stadt leben fast 200.000 Menschen.

Bewohner die nicht evakuiert werden können, sollen sich in höheren Stockwerken aufhalten. Es wird erwartet, dass die durch die Stadt fließende Maas in den kommenden Stunden um fast zwei Meter ansteigen könnte.

Mehrere hundert Menschen mit Booten aus Kordel gerettet

In der Gemeinde Kordel im Landkreis Trier-Saarburg sind wegen des Hochwassers mehrere hundert Menschen mit Booten in Sicherheit gebracht worden. Meldungen über Vermisste, Tote oder Verletzte gebe es aus Kordel nicht, teilte ein Sprecher des Kreises mit.

Wegen überschwemmter Zufahrtswege war der Ort mit 2000 Einwohnern abgeschnitten. Nach Angaben des Kreises war auch die Bundeswehr im Einsatz, um Menschen zu retten. Unter anderem sei ein Altenheim geräumt worden. Kordel liegt an der Kyll, einem Mosel-Zufluss.

Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz auf fünf gestiegen

Die Zahl der Todesopfer nach den schweren Unwettern im nördlichen Rheinland-Pfalz ist nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz (SPD) auf fünf gestiegen. Alle seien nach bisherigen Erkenntnissen im Kreis Ahrweiler in den Fluten ums Leben gekommen.

Der Minister fügte hinzu, dass noch 50 bis 70 Menschen in der Katastrophenregion vermisst würden. Unklar sei zurzeit, ob es sich dabei um Menschen handle, die vielleicht in Urlaub seien, oder ob sie im Unwetter bei Bekannten untergekommen oder in einer schwierigen Situation seien.

Lebensgefahr in Trierer Stadtteil wegen Überflutungen

Die Polizei in Trier hat die Menschen eindringlich dazu aufgerufen, den Stadtteil Ehrang wegen Überflutungen zu meiden. Es bestehe Lebensgefahr, warnte die Polizei am Donnerstag per Twitter. Nach Angaben der Stadt Trier läuft aktuell der Ortskern von Ehrang voll. «In großen Teilen des Ortes gibt es keinen Strom. Bitte folgen sie den Evakuierungsdurchsagen», schrieb die Stadtverwaltung.

Mindestens 19 Tote durch Unwetter

Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit den schweren Unwettern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist auf mindestens 19 gestiegen.

Acht Tote allein im Kreis Euskirchen

Im Zusammenhang mit den schweren Unwettern in Nordrhein-Westfalen hat der Kreis Euskirchen via Facebook acht Tote gemeldet. Nähere Angaben zu den Toten sowie den Todesumständen wurden zunächst nicht gemacht. Mindestens vier Menschen kamen im Landkreis Ahrweiler in der Eifel (Rheinland-Pfalz) ums Leben.

200.000 Menschen ohne Strom

In den beiden Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind nach Angaben des Strom-Verteilnetzbetreibers Westnetz mindestens 200.000 Menschen ohne Strom, vermeldet der Spiegel. Aus Sicherheitsgründen würden Umspannanlagen bei eindringendem Wasser abgeschaltet. Wegen überfluteten Straßen könnten die Anlagen teilweise nicht erreicht werden

Weiterhin Dutzende Vermisste nach Unwettern in der Eifel

Nach den schweren Unwettern im Eifel-Ort Schuld im Landkreis Ahrweil werden weiterhin Dutzende Menschen vermisst. In der Nacht zum Donnerstag waren dort laut Polizei Koblenz infolge der Überflutungen vier Häuser komplett und zwei weitere Häuser zur Hälfte weggespült worden. Eine Vielzahl weiterer Gebäude sei instabil, es bestehe Einsturzgefahr.

Mindestens vier Menschen kamen den Angaben zufolge bei der Unwetterkatastrophe im Landkreis Ahrweiler ums Leben. Ob die Todesfälle mit den Hauseinstürzen in Verbindung stehen, war zunächst unklar. Die Toten wurden einem Polizeisprecher zufolge an verschiedenen Orten im Landkreis gefunden.

Die genaue Anzahl der Vermissten nach dem Einsturz der Häuser in Schuld ist laut Polizei ungewiss. Einige der zunächst etwa 70 Fälle hätten sich zwischenzeitlich wohl aufgeklärt, sagte ein Sprecher am Donnerstagvormittag.

Drohnenbilder aus Schuld

Im Eifel-Ort Schuld bei Adenau waren, den Angaben zufolge, in der Nacht zum Donnerstag sechs Häuser eingestürzt. Derzeit würden dort knapp 70 Menschen vermisst.

Eine Vielzahl an Häusern sei instabil, es bestehe Einsturzgefahr. Die Lage in Schuld sei unübersichtlich, so der Sprecher. Wie viele Menschen genau vermisst würden, sei noch unklar. Der Katastrophenfall sei ausgerufen worden. Drohnenbilder zeigen nun erstmals das Ausmaß der Zerstörung.

Niederschläge von 148 Litern pro Quadratmeter in Rheinland-Pfalz

Bei den Unwettern im Norden von Rheinland-Pfalz sind bis zu 148 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Diese Menge ging im Laufe des Mittwochs und in der Nacht nieder, wie das Klimaschutzministerium in Mainz mitteilte. Für den Hochsommer sei das «ein neues Phänomen», erklärte Ministerin Anne Spiegel (Grüne).

«Die aktuellen Extremwetterereignisse in Form von Starkregen sind dramatisch.» Aus kleinen Bächen seien unberechenbare Fluten geworden. Am stärksten betroffen seien die Landkreise Ahrweiler, Bitburg-Prüm, Vulkaneifel und Trier-Saarburg.

Auch an der Mosel verschärft sich die Lage nach Angaben des Ministeriums. Zurzeit werde am Pegel Trier ein Wasserstand bis 9,15 Metern erwartet. Am Oberrhein bilde sich am Pegel Maxau ein erster Hochwasserscheitel aus. Nach kurzem, leichtem Rückgang seien wegen der für den Südwesten vorhergesagten Niederschläge dann ab Donnerstagabend wieder steigende Wasserstände zu erwarten.

Mehrere Menschen aus eingeschlossenen Häusern gerettet

Im Eifel-Kreis Bitburg-Prüm sind wegen der Hochwasserlage mehrere Menschen in ihren Häusern von den Wassermassen eingeschlossen worden, unter anderem in Waxweiler. Das sagte der Kreissprecher am Donnerstag in Bitburg. Menschen mussten gerettet werden - Meldungen über Tote, Verletzte oder Vermisste gebe es jedoch bislang nicht. Der Kreissprecher berichtete auch von mindestens einem eingestürzten Haus.

Nach den heftigen Regenfällen kommt es in mehreren Gemeinden des Kreises Bitburg-Prüm zu Einschränkungen in der Trinkwasserversorgung. Grund seien Stromausfälle, teilte der Katastrophenschutz des Kreises über Facebook mit. Die Versorgung sei voraussichtlich «auf Tage eingeschränkt». Die Bewohner wurden aufgerufen, mit dem vorhandenen Wasser sparsam umzugehen und auf Reinigungsarbeiten zu verzichten.

Fast 70 Vermisste

Im vom Hochwasser schwer getroffenen Eifel-Ort Schuld ist die Zahl der Vermissten laut Polizei Koblenz auf knapp 70 gestiegen. Dort waren den Angaben zufolge in der Nacht zum Donnerstag sechs Häuser eingestürzt. Eine Vielzahl weiterer Häusern sei instabil, es bestehe Einsturzgefahr. Der Katastrophenfall sei ausgerufen worden.

Der gesamte Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz ist von der Unwetterlage betroffen, Mehrere Orte sind wegen des Hochwassers von der Außenwelt abgeschnitten. Ungefähr 50 Menschen befinden sich laut Presseberichten nach wie vor auf Hausdächern und müssten gerettet werden.

Helikopter aus anderen Bundesländern angefordert

Für den besonders von den schweren Unwettern betroffenen Landkreis Ahrweiler hat die Polizei Helikopter aus mehreren Bundesländern angefordert, um Menschen aus den Fluten zu retten. Es seien mit Seilwinden ausgestattete Polizeihubschrauber aus Baden-Württemberg, Bayern und Hessen angefordert worden, teilte die Polizei in Koblenz am Donnerstag mit. Auch Hubschrauber der Bundeswehr seien zur Menschenrettung angefordert worden.

Bilder zeigen Verwüstung aus dem Ahrtal

Das rheinland-pfälzische Innenministerium hat via Twitter ein Helikopter-Bild aus dem stark betroffenen Ahrtal geteilt. «Die schlimmen Unwetter haben Rheinland-Pfalz mit erbarmungsloser Wucht getroffen», kommentierte Innenminister Roger Lewentz.

Auf Twitter sind derweil weitere Fotos aus der überfluteten Region aufgetaucht.

Mobilfunknetz in Katastrophengebieten teils ausgefallen

Nach der Hochwasserkatastrophe in Teilen von Rheinland-Pfalz läuft seit Stunden ein großangelegter Rettungseinsatz. Polizeihubschrauber seien unterwegs, um Menschen von Hausdächern oder aus Bäumen zu retten, berichtete Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag zu Beginn der Landtagsplenarsitzung in Mainz. Auch die Bundeswehr helfe mit rund 200 Soldaten. Es gebe sehr viele Vermisste, sagte Dreyer. Es sei unklar, ob sie sich selbst hatten retten können. Sie zu erreichen sei schwierig, da das Mobilfunknetz zum Teil ausgefallen sei.

Zwei Todesopfer in Köln

Die Feuerwehr in Köln hat zwei Tote in überfluteten Kellern gefunden. Dabei handelte es sich um eine 72-jährige Frau sowie einen 54-jährigen Mann, wie die Staatsanwaltschaft Köln und die Polizei am Donnerstag gemeinsam mitteilten.

Demnach entdeckten Feuerwehrleute die Leiche der Frau am Abend im Stadtteil Bocklemünd-Mengenich. Etwa zwei Stunden später fanden sie den 54-jährigen Bewohner eines Einfamilienhauses im Stadtteil Lövenich. In beiden Fällen nahm die Polizei Ermittlungen zur genauen Todesursache auf. Ein Notfallseelsorger betreute die Angehörigen vor Ort.

Fast 70 Vermisste

Im vom Hochwasser schwer getroffenen Eifel-Ort Schuld ist die Zahl der Vermissten laut Polizei Koblenz auf knapp 70 gestiegen. Dort waren den Angaben zufolge in der Nacht zum Donnerstag sechs Häuser eingestürzt. Eine Vielzahl weiterer Häusern sei instabil, es bestehe Einsturzgefahr. Der Katastrophenfall sei ausgerufen worden.

Der gesamte Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz ist von der Unwetterlage betroffen, Mehrere Orte sind wegen des Hochwassers von der Außenwelt abgeschnitten. Ungefähr 50 Menschen befinden sich laut Presseberichten nach wie vor auf Hausdächern und müssten gerettet werden.

Laschet besucht das Unwettergebiet

Der CDU-Chef und Unionskanzlerkandidat Armin Laschet hat seinen Besuch bei der CSU-Landesgruppe in Kloster Seeon in Bayern abgesagt. Angesichts der Unwetterlage sei die Absage des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten eine gemeinsame Entscheidung von CDU und CSU, teilte die CSU-Landesgruppe mit. Laschet will heute das stark betroffene Hagen besuchen.

Bitburger Stadtteil Erdorf überschwemmt

Der Fluss Kyll ist nach dem verheerenden Unwetter im Bitburger Stadtteil Erdorf über die Ufer getreten. Bilder der dpa zeigen, welche Ausmaße der idyllische Eifelfluss am Donnerstagmorgen angenommen hat.

Bildstrecke: Hochwasser an der Kyll

Stromausfälle im Eifelkreis

Der Katastrophenschutz im Eifelkreis Bitburg-Prüm hat vor Stromausfällen in der Region gewarnt. Auch die Versorgung mit Trinkwasser könnte auf Tage eingeschränkt sein.

Die Bürger werden angewiesen sparsam mit den Ressourcen umzugehen.

Mann (22) springt in Stadtbach und ertrinkt

In Belgien sind zwei Menschen im Zusammenhang mit Starkregen in der Provinz Lüttich ums Leben gekommen, berichtete der Sender RTBF unter Berufung auf die Gouverneurin der Provinz, Catherine Delcourt. Die Umstände seien noch unklar. Einer der Menschen kam in Aywaille ums Leben, rund 40 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Zudem starb laut Grenzecho in Eupen in der Nähe von Aachen ein 22-Jähriger. «Wie von offizieller Seite bestätigt wurde, ist der junge Mann im Eupener Ortsteil Nispert mit einem Schwimmreifen in den reißenden Stadtbach gesprungen und wurde seitdem vermisst», heißt es in dem Bericht. Rettungskräfte hätten seine Leiche gefunden.

1500 Menschen teils mit Booten evakuiert

Wie Focus berichtet, müssen in Hückeswagen im Bergischen Land (Rheinland-Pfalz) 1500 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Diese liegen unterhalb einer Talsperre. Laut einem Polizeisprecher müssen viele der Evakuierungen mit Booten gemacht werden, weil die Straßen nicht mehr befahrbar sind. Die Gefahr eines Dammbruchs ist mittlerweile aber offenbar gebannt.

Mann stirbt in überflutetem Keller

In Solingen ist ein 82 Jahre alter Mann in seinem überfluteten Keller gestorben, wie die Polizei Wuppertal mitteilt. Der Rentner sei bei einem Sturz mit dem Kopf unter Wasser geraten. Er wurde durch einen Schacht geborgen. Trotz Wiederbelebungsversuchen starb er nach der Einlieferung in ein Krankenhaus.

Hotline zur Hochwasserkatastrophe für Angehörige von Vermissten

Die Polizei hat zur Hochwasserkatastrophe in der rheinland-pfälzischen Eifel eine Hotline für Angehörige sowie ein Internetportal für Videos und Bilder eingerichtet. Unter der Nummer 0800-6565651 könnten sich Menschen melden, die Angehörige vermissen, schrieb das Polizeipräsidium Koblenz am Donnerstag auf Twitter. Unter dem Hinweisportal https://rlp.hinweisportal.de könnten Videosequenzen und Fotos hochgeladen werden, «die Hinweise auf vermisste Personen und Tote geben können».

Helfer eingeschlossen

In Messerich in der Eifel sollen zwei Helfer des technischen Hilfswerks von den Wassermassen eingeschlossen. Sie seien zu einem Rettungseinsatz unterwegs gewesen, müssten jetzt aber auf dem Dach ihres Autos auf Hilfe warten.

Weil die Strömung der Nims derzeit so stark ist, seien bisher alle Rettungsversuche gescheitert. Es bestehe Lebensgefahr. Das sonst bloß zwei Meter breite Flüsschen ist mittlerweile 200 Meter breit.

Menschen auf Hausdächern

Im Kreis Ahrweiler wurde der Katastrophenfall ausgerufen. «Sehr viele» Menschen harrten laut Polizei auf Hausdächern aus, die Rettungseinsätze liefen auf Hochtouren. Allerdings waren demnach mehrere Orte wegen des Hochwassers von der Außenwelt abgeschnitten. Die Rettungskräfte erreichten laut Polizei nicht alle betroffenen Orte, auch Helikopter waren im Einsatz.

Vier Tote

Im Zusammenhang mit den schweren Unwettern sind im rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler in der Eifel mindestens vier Menschen ums Leben gekommen, wie die Polizei meldet.

Zwei Feuerwehrmänner sterben

Im Einsatz gegen die Auswirkungen der neuesten Unwetter in Deutschland sind zwei Feuerwehrleute ums Leben gekommen. Heftiger Regen verursachte in vielen Teilen der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie im Saarland Überschwemmungen, Hochwasser und Stromausfälle.

Starkregen

Am Abend hatten die Behörden im Landkreis Ahrweiler extremen Starkregen gemeldet. Die Feuerwehr Koblenz half zusammen mit dem Technischen Hilfswerk Lahnstein und der Feuerwehr Mainz aus, um 800 Sandsäcke pro Stunde zu füllen. Diese wurden mit sechs Lkw in den Landkreis Ahrweiler gebracht. Es sei mit Sturzfluten und Überflutungen zu rechnen, hieß es. Auf dem Campingplatz Stahlhütte in Dorsel und weiteren Anlagen entlang der Ahr mussten Personen von den Dächern ihrer Campingwagen gerettet werden.

(L'essentiel/trx)

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