Tansania – Oppositionelle nach umstrittener Wahl verhaftet

Publiziert

TansaniaOppositionelle nach umstrittener Wahl verhaftet

Nach der Präsidentenwahl in Tansania am vergangenen Mittwoch, sind Politiker der Opposition verhaftet worden. Ihnen wird vorgeworfen illegale Demonstrationen organisiert zu haben.

Der Amtsinhaber Magufuli wurde nach der Wahl am vergangen Mittwoch zum Sieger erklärt.

Der Amtsinhaber Magufuli wurde nach der Wahl am vergangen Mittwoch zum Sieger erklärt.

DPA/Stringer/Symbolbild

Nach der umstrittenen Präsidentenwahl in Tansania sind mehrere Oppositionspolitiker festgenommen worden. Darunter sei Freeman Mbowe, Vorsitzender der führenden Oppositionspartei Chadema, sagte Lazaro Mambosasa, ein Polizeichef in der Wirtschaftsmetropole Daressalam, am Montag. Die Oppositionellen seien am Sonntag festgenommen worden, weil sie illegale Demonstrationen geplant hätten. Die Polizei habe keine Erlaubnisse für Demonstrationen erteilt. Auch Oppositionsführer Tundu Lissu sei am Montag festgenommen, kurz darauf aber wieder freigelassen worden, sagte Chadema-Generalsekretär John Mnyika.

Bei der Präsidentenwahl am Mittwoch gewann der zunehmend autoritär regierende Amtsinhaber John Magufuli nach offiziellen Ergebnissen mit rund 84 Prozent der Stimmen eine zweite Amtszeit. Demnach erhielt Lissu 13 Prozent der Stimmen. Die Opposition nannte die Wahl illegitim und rief zu friedlichen Protesten ab Montag auf.

EU besorgt über Berichte

Die EU teilte am Montag mit, sie nehme mit Bedauern die Klagen der Opposition von mangelnder Fairness und Unterbrechung der Sozialen Netzwerke zur Kenntnis. Zudem seien Berichte über Unregelmäßigkeiten besorgniserregend. «Diese ernsthaften Vorwürfe haben eine Auswirkung auf die Transparenz und generelle Glaubwürdigkeit des Prozesses.» Auch die Generalsekretärin des Commonwealth, Patricia Scotland, teilte am Montag mit, sie sei «zutiefst besorgt» über Berichte über schwere Vorfälle der Gewalt und Unregelmäßigkeiten bei der Wahl.

Der seit 2015 amtierende Magufuli, auch «Bulldozer» genannt, polarisiert in dem ostafrikanischen Land. Unterstützer befürworten seinen starken und kompromisslosen Führungsstil, große Infrastruktur-Projekte und Versprechen der Korruptionsbekämpfung. Kritiker und Menschenrechtler aber verurteilen seine zunehmenden Beschränkungen von Presse- und Meinungsfreiheit sowie seinen Umgang mit der Corona-Pandemie. Das Land mit rund 58 Millionen Einwohnern hat seit Mai offiziell keine Corona-Fälle mehr bekanntgegeben.

(L'essentiel/DPA)

Deine Meinung