«Heldenratte» – Ordensgeschmückte Minenräum-Ratte ist tot
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«Heldenratte»Ordensgeschmückte Minenräum-Ratte ist tot

Das Tier, das in Kambodscha über die Jahre Hunderte Landminen aufspürte und 2020 mit einer Goldmedaille geehrt wurde, ist im Alter von acht Jahren gestorben.

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Magawa wurde 2020 von der Organisation PDSA mit einer Goldmedaille geehrt.

Magawa wurde 2020 von der Organisation PDSA mit einer Goldmedaille geehrt.

PDSA
Magawa fand im Laufe ihres Lebens über 100 Minen.

Magawa fand im Laufe ihres Lebens über 100 Minen.

REUTERS
Seit den frühen 1990er-Jahren werden Ratten als Minensucher eingesetzt.

Seit den frühen 1990er-Jahren werden Ratten als Minensucher eingesetzt.

Apopo

Im vergangenen Jahr ging sie in den wohlverdienten Ruhestand: Die Riesenhamsterratte Magawa hatte über Jahre aktiv mitgeholfen, Kambodscha von Landminen zu befreien, und hat laut BBC in ihrer Karriere über 100 Landminen und andere Sprengfallen entdeckt. Damit war sie die erfolgreichste Dienstratte der belgischen NGO Apopo. Wie die Organisation mitteilte, ist sie nun gestorben.

Magawa war die erste Ratte, die die Goldmedaille der Tierschutzorganisation PDSA erhielt, eine Auszeichnung, die Tieren mit besonderen Verdiensten für die Menschheit verliehen wird. Die Ratte schaffte es, ein Terrain von der Größe eines Tennisfeldes innerhalb 20 Minuten abzusuchen – ein mit einem Metalldetektor ausgerüsteter Mensch braucht dafür einen bis vier Tage. Dank ihrer ausgezeichneten Nase und ihres geringen Gewichts, das nicht ausreicht, um eine Mine detonieren zu lassen, sind die Tiere für diese Aufgabe hervorragend geeignet.

«Dankbar über die unglaubliche Arbeit, die sie getan hat»

In ihrem Leben suchte die in Tansania geborene Magawa so über 140.000 Quadratmeter Land ab: Allein in Kambodscha werden insgesamt sechs Millionen Minen vermutet. Im vergangenen Juni wurde Magawa ins Rentnerdasein entlassen, weil sie wegen ihres Alters «etwas langsamer» geworden war.

Die rund 70 cm lange und 1,2 Kilo schwere Magawa habe vergangene Woche noch «mit der üblichen Begeisterung» gespielt. Doch übers Wochenende sei sie in ihren Bewegungen langsamer geworden, habe mehr geschlafen und immer weniger Interesse an Nahrung gezeigt. Schließlich sei sie friedlich eingeschlafen. «Wir alle sind betroffen von diesem Verlust, aber auch dankbar über die unglaubliche Arbeit, die sie getan hat», so Apopo in einem Statement.

(L'essentiel/trx)

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