«Kill Bin Laden» – Osama töten im Freizeitpark

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«Kill Bin Laden»Osama töten im Freizeitpark

Larry Yates war Mitglied einer Navy-Spezialeinheit. Heute betreibt er einen Erlebnis-Schießstand in Minnesota. Für 325 Dollar kann man bei ihm Amerikas Erzfeind abknallen.

Larry Yates meint, dass jeder Amerikaner eine Waffe tragen sollte. Das frühere Mitglied der Spezialeinheit Navy Seals glaubt an die These: Mehr Waffen, weniger Kriminalität. Nicht zuletzt deshalb hat der Leutnant nach Beendigung seines Dienstes zusammen mit Ehefrau Anne das «Sealed Mindset's Firearms Studio» in New Hope, Minnesota, gegründet. Hier wollen sie ihren Landsleuten beibringen, wie man sich und seine Familie verteidigt – egal, ob mit Fäusten oder Fastfeuerwaffen.

Weil Selbstverteidigungskurse und Schießstände im Land der unbegrenzten Waffenverkäufe nichts Besonderes sind, verbindet Lawrence «Larry» Yates’ Firma die Freude am Feuern mit dem Feuer der Liebe. Bei der «Date Night» erleben Paare erst ein Dinner «mit James-Bond-Romantik» – und lassen sich dann vom Trainer einige Pistolen vorführen, bevor sie selbst losballern dürfen, inklusive «Family Safety Scenario», Waffe, Wein und Dessert.

Bond-Spielchen soll Paaren den Kick geben

Ganz mutige Pärchen können das «Spy Date» buchen. Bei dieser Schnitzeljagd müssen die zwei «Agenten» erst ein «sicheres Haus» finden, wo sie ebenfalls im Umgang mit Waffen geschult werden. Gegen das neueste Angebot des Ehepaares Yates wirkt der Ausflug in die «Welt der Spionage» jedoch wie unrealistischer Kindergeburtstag: Wieso sollte man sich als James-Bond-Kopie versuchen, wenn man auch den Erzfeind des Vaterlandes töten kann?

Unter der Rubrik «Navy Seal Adventure» bekommen Patrioten die Chance, eine Zeitreise in die pakistanische Stadt Abbottabad anzutreten: Larry Yates hat in seiner Heimat das Haus nachgebaut, in dem US-Truppen Osama Bin Laden am 2. Mai 2011 getötet haben. Für eine Handvoll Dollar, genauer gesagt 325 davon, können Erwachsene die Operation «Neptune’s Spear» (nicht «Geronimo», wie oft fälschlich geglaubt wird) nachspielen und höchstpersönlich Hatz auf den ehemaligen Erzfeind der USA machen.

Bisher 137 Freizeit-Killer

Erst wenn dem falschen Al-Kaida-Gründer mit dem Paintball-Sturmgewehr das imaginäre Lebenslicht ausgeblasen wurde, gilt: Mission accomplished. «Wir können gerade das Leben der Leute verändern, die in der Nähe von Waffen vielleicht etwas ängstlich sind oder sich nicht wohlfühlen, wenn sie mit jemandem kämpfen müssen», zitiert «New York Daily News» den Besitzer des Abenteuer-Schießstandes. Bisher ist Bin Laden in Minneapolis demnach schon von 137 Freizeit-Elitesöldnern erlegt worden.

Larry Yates, Kommandeur der Freizeit-Killer, fällt auch beim Briefing vor dem Einsatz in dem 930 Quadratmeter großen Trainingsgelände nicht aus seiner Rolle: «Wenn er eine tödliche Bedrohung darstellt, schaltet ihn aus. Ich will keinen Brief an eure Eltern schreiben müssen, okay?»

Weitere Eindrücke von der Osama-Jagd:


Quelle: Brightcove

(L'essentiel Online/phi)

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