Gesundheit in Luxemburg – Osteopathie boomt in der Coronakrise
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Gesundheit in LuxemburgOsteopathie boomt in der Coronakrise

LUXEMBURG – Osteopathen sind seit Beginn der Coronakrise sehr gefragt. Und bei den Erkrankungen, die sie behandeln, spielt Telearbeit eine bedeutende Rolle.

Osteopathen sind in der Coronakrise ausgebucht.

Osteopathen sind in der Coronakrise ausgebucht.

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«Seit Beginn der Coronakrise gibt es in Luxemburg einen Anstieg der osteopathischen Behandlungen», wie ein Sprecher der Luxemburger Vereinigung der Osteopathen (Aldo) gegenüber L'essentiel erklärt. Im Homeoffice würden viele Menschen besonders viel Zeit im Sitzen verbringen und dabei oft eine schlechte Körperhaltung einnehmen. Dies führe unter anderem zu Rücken-, Ischias- und Kopfschmerzen und könne auch psychosomatische Krankheiten auslösen. «Die Verwendung eines Laptops anstelle eines festen Bildschirms verursacht zum Beispiel Nacken- und Rückenschmerzen», heißt es seitens der Aldo.

Osteopathin Laeticia Canale-Marianacci aus Belvaux habe zwar keinen Anstieg der Zahl ihrer Patienten festgestellt, da ihre Praxis ohnehin gut besucht werde. «Der potenzielle Anstieg wurde jedoch dadurch ausgeglichen, dass einige Patienten aus Angst sich mit dem Coronavirus zu infizieren, nicht mehr zur Behandlung kommen», sagt sie. Allerdings habe sie festgestellt, dass einige Patienten sich darüber beschweren, ihren Arbeitsplatz nun teilen zu müssen. Infolgedessen sei dieser nicht unbedingt auf sie angepasst.

«Mehr Pathologien aufgrund von Telearbeit»

Canale-Marianaccis Arbeit bestehe nicht nur darin, Verspannungen zu lösen, sondern auch die Patienten in Bezug auf Körperhaltung zu beraten. Ihre Botschaft ist klar: «Bewegung hält die Gelenke gesund. Gegen den Bewegungsmangel, sollte man jeden Tag spazieren gehen – auch im hohen Alter», betont sie.

Die gleichen Beobachtungen gelten auch für den Osteopathen Franck Bombardier, der seine Praxis in der Therme in Mondorf hat. «Seit Beginn der Coronakrise sind wir überwiegend mit Pathologien beschäftigt, die mit Telearbeit verbunden sind», sagt er. Auch hier seien die Beschwerden auf die gleichen Ursachen zurückzuführen: Auf den Bewegungsmangel und auf einen unangepassten Arbeitsplatz. «Ich bemerke auch eine deutliche Verschlechterung des körperlichen Zustands meiner Patienten, die darauf zurückzuführen ist, dass sie komplett aufgehört haben, Sport zu treiben. Das verursacht wiederum Gelenk- und Muskelschmerzen», so Bombardier.

Er spricht sich für die Einhaltung der Gesundheitsmaßnahmen aus und ruft jeden dazu auf, sich impfen zu lassen. Außerdem rät der Osteopath, sich täglich zu bewegen – auch wenn es sich dabei nur um «moderate» Bewegung handelt. Wichtig sei außerdem «regelmäßiges Stretching zu Hause» und vor allem «Spaß daran zu haben, seinem Körper etwas Gutes zu tun», sagt Bombardier.

(pp/L'essentiel)

Wie viele Osteopathen gibt es in Luxemburg?

Die «Association Luxembourgeoise des Ostéopathes» (Aldo) vertritt die Interessen von insgesamt 80 im Großherzogtum praktizierenden voll ausgebildeten Osteopathen (mit Master-Abschluss oder Osteopathie-Diplom).

Allerdings haben etwa 150 Osteopathen eine Zulassung vom Gesundheitsministerium erhalten – unter anderem Physiotherapeuten, die osteophatische Behandlungen anbieten. Derzeit erstattet die luxemburgische Krankenkasse (CNS) die Kosten für osteopathische Behandlungen nicht.

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