Luxemburg – Paar baut sein eigenes Haus aus Holz und Stroh
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LuxemburgPaar baut sein eigenes Haus aus Holz und Stroh

ERPELDINGEN/SAUER – Da die Immobilienpreise in Luxemburg in die Höhe geschossen sind, hat sich ein Ehepaar vorgenommen, sein Haus selber zu bauen... aus Holz und Stroh.

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Da die Immobilienpreise in Luxemburg in die Höhe geschossen sind, hat sich ein Ehepaar vorgenommen, sein Haus selber zu bauen... aus Holz und Stroh.

Da die Immobilienpreise in Luxemburg in die Höhe geschossen sind, hat sich ein Ehepaar vorgenommen, sein Haus selber zu bauen... aus Holz und Stroh.

Die Idee für das Bauprojekt entstand bereits 2016. Zuvor lebte das Paar in Deutschland.

Die Idee für das Bauprojekt entstand bereits 2016. Zuvor lebte das Paar in Deutschland.

Wer in Luxemburg ein Haus bauen lassen möchte, muss dafür entweder tief in die Tasche greifen, oder die Ärmel hochkrempeln und anpacken – so wie Tessy Eiffener und Antoine Persoons. Das Ehepaar hat sich vorgenommen, selber ein Passivhaus zu bauen. «Ein Haus für eine Million Euro kaufen oder bauen zu lassen kam für uns nicht einmal in Frage», erzählt Eiffener.

Dennoch wollte das Paar, das zuvor in Deutschland lebte, seinen Wohnsitz in Luxemburg haben. Die Idee für das Bauprojekt entstand bereits 2016. Danach seien bis zum Kauf des Grundstücks drei Jahre vergangen. Fündig wurden sie schließlich in Erpeldingen an der Sauer, im Zentrum des Landes. «Diese Investition macht mehr als 65 Prozent des Bauprojekts aus», sagt Eiffener.

Beim Selbstbauen würden zwar Kosten gespart, doch nicht beim Kauf des Grundstücks. «Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in unserer Region (3000 Euro pro Quadratmeter) sind mit denen für ein selbstgebautes Haus (1000-1500 Euro pro Quadratmeter) gar nicht vergleichbar», betont das Paar. Der Anteil der selbst durchgeführten Arbeiten beträgt übrigens mehr als 90 Prozent.

Helfer werden zu Freunden

Doch wie kann ein solches Projekt konkret umgesetzt werden? Dies verlange einen großen persönlichen und familiären Einsatz, Know-How, Erfahrung und Willen, in allen Bereichen zu lernen. «Wir haben uns außerdem sehr früh dafür entschieden, unser Projekt auf Plattformen wie Twiza, Facebook und Bâtacc als partizipative Baustelle vorzustellen», so das Ehepaar.

So wurde das ganze zu einem Solidaritätsprojekt. Als Gegenleistung für die freiwillige Arbeit können die Teilnehmer verschiedene alternative Baumethoden entdecken. Auf diese Weise können sie nützliches Know-How erwerben, das sie später für ihr eigenes Projekt nutzen können. Einige Helfer würden diesen Austausch so sehr genießen, dass sie wiederkommen und dadurch Freundschaften entstehen. «Es entsteht dadurch eine gegenseitige Unterstützung und ein Austausch», sagt Eiffener.

«Stroh wächst jedes Jahr nach»

Die Initiative zeichnet sich auch durch ihren ökologischen Aspekt aus, da das Haus vom Erdgeschoss bis zum Dach hauptsächlich aus Holz und aus insgesamt 1000 Ballen Stroh aus der Region besteht. «Die Materialien sind nicht nur erneuerbar und reduzieren erheblich den CO2-Fußabdruck, sie sind auch noch recycelbar und wiederverwendbar», erklären Eiffener und Persoons.

Ganz nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft. «Stroh, zum Beispiel, wächst jedes Jahr nach. Das von uns verwendete Stroh kann am Ende der Nutzungsdauer des Gebäudes wiederverwendet werden. Das überschüssige Stroh würde an den Landwirt zurückverkauft werden, der es ursprünglich an sie verkauft hatte. Aus energetischer Sicht sei das Haus nach den Anforderungen der luxemburgischen Wärmeschutzverordnung als «AAA» eingestuft und komme dementsprechend den Anforderungen des deutschen Passivhausstandards nahe, wie das Ehepaar betont.

(ol/L'essentiel )

Selbstbauen in Luxemburg

Norry Dondelinger, Direktor des «Département des Affaires économiques» der Handwerkskammer schätzt, dass der Anteil der Selbstbauer von Häusern in Luxemburg als «relativ marginal» ein. «Dafür ist ein großes Know-How und viel Zeit gefordert», erklärt er.

Auch Christian Reuter, stellvertretender Generalsekretär des Handwerksverbands

ist dieser Meinung. In Luxemburg seien «vor allem» die Grundstückpreise ein Problem. «Die Preise für die von den Bauunternehmen erbrachten Leistungen entwickeln sich mehr oder weniger parallel zur Inflation», sagt er. Die Gründe, wieso die Preise in die Höhe schießen, seien dementsprechend nicht bei Bauunternehmen zu suchen.

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