ArcelorMittal in Lothringen – Paris hat 60 Tage Zeit, um Florange zu retten
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ArcelorMittal in LothringenParis hat 60 Tage Zeit, um Florange zu retten

Am Montagmorgen hat der Stahlriese ArcelorMittal das endgültige Aus für die Hochöfen in Florange bestätigt. Die Regierung hat nun 60 Tage Zeit einen neuen Investor zu finden.

Die Direktion von ArcelorMittal hat am Montagmorgen bei einer außerordentlichen Betriebsratssitzung das Aus für zwei Hochöfen im lothringischen Florange besiegelt. Der französische Staat hat nun 60 Tage Zeit, um einen neuen Investor zu finden. Von dem Aus sind direkt 629 Beschäftigte betroffen. Direkte Entlassungen sollten vermieden werden», heißt es in einer Mitteilung des Konzerns mit Sitz in Luxemburg. Bereits am 16. Oktober sollen die Verhandlungen über einen Sozialplan beginnen.

«Wegen der schwierigen Konjunktur» wolle der Stahlkonzern «ein Projekt zur endgültigen Abschaltung der Flüssigphase in Florange vorschlagen und die Investitionen auf andere Aktivitäten an dem Standort mit mehr als 2000 Beschäftigten konzentrieren», erklärte ArcelorMittal in dem Schreiben weiter. Schuld am Aus sei die Lage von Florange gut 400 Kilometer vom nächsten Hafen entfernt sowie die limitierte Produktionskapazität des Standorts.

60 Tage für Investorensuche

Der Stahlkonzern erklärt sich einverstanden, der französischen Regierung wie angekündigt die Suche nach einem neuen Investor für die Hochöfen zu überlassen. Dies solle innerhalb von 60 Tagen geschehen. Auch die Kokerei in Florange könnte zusammen mit den Hochöfen einem neuen Investor angeboten werden, auch wenn die Stilllegung dieser Anlage nach Angaben von ArcelorMittal nicht im Gespräch ist. «Ohne die Kokerei lag die Chance für eine Übernahme bei null Prozent, mit der Kokerei bei 0,1 Prozent», erklärte ein Gewerkschafter der Force Ouvrière (FO) der Nachrichtenagentur Afp.

Dass es keine Zukunft für den Weiterbetrieb der Hochöfen durch den Stahlreisen ArcelorMittal gebe, hat bereits am Donnerstag der französische Industrieminister Arnaud Montebourg bei einem Besuch in Lothringen angekündigt. Der französische Staat wollte aber über das Wochenende mit ArcelorMittal verhandeln, damit der Stahlkonzern mindestens 150 Millionen Euro in die noch bestehenden Aktivitäten am Stahlstandort Florange investiert. Ob dies der Fall ist, ist unklar. ArcelorMittal bekundete lediglich «die klare Absicht, notwendige Investitionen in Florange durchzuführen», ohne sich jedoch auf eine Summe festzulegen.

Die beiden Hochöfen in Florange sind seit 14 Monaten kalt. Zunächst war von einer «vorübergehenden Schießung» die Rede.

(sb/L'essentiel Online)

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