Fußball: Pariser Präfekt bezeichnet Chaos rund um Champions-League-Finale als «Fehlschlag»

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FußballPariser Präfekt bezeichnet Chaos rund um Champions-League-Finale als «Fehlschlag»

Knapp zwei Wochen nach dem Chaos rund um das Champions-League-Finale in Paris hat der Pariser Polizeipräfekt die Verbreitung ungenauer Zahlen zu Fans mit gefälschten Eintrittskarten eingeräumt.

Paris' police prefect Didier Lallement loooks on outside the Gare d'Austerlitz train station on April 1, 2020 in Paris where two medicalised TGV high speed trains are waiting to evacuate 38 patients infected with the COVID-19 from Paris' region hospitals to other hospitals in the western France Brittany region where the outbreak has been limited so far. - France has been on lockdown since March 17 in a bid to limit the contagion caused by the novel coronavirus, a situation it has extended until at least April 15. (Photo by Thomas SAMSON / AFP)

Der Polizeipräfekt von Paris, Didier Lallement gesteht Fehler.

AFP

Knapp zwei Wochen nach dem Chaos rund um das Champions-League-Finale in Paris hat der Pariser Polizeipräfekt die Verbreitung ungenauer Zahlen zu Fans mit gefälschten Eintrittskarten eingeräumt. «Es war offensichtlich ein Fehlschlag», bilanzierte Didier Lallement am Donnerstag bei einer Anhörung im Pariser Senat den Polizeieinsatz am Stadion.

Der Präfekt bestätigte, dass er dem Innenminister die Zahl von 35.000 Fans ohne oder mit gefälschten Tickets genannt habe. «Aber ich habe nie behauptet, dass sie exakt sei», fügte er hinzu. Lallement verteidigte auch den Einsatz von Tränengas. «Es war das einzige polizeiliche Mittel, um die Menschenmenge zurückzudrängen», erklärte er. Er bat diejenigen um Entschuldigung, die grundlos davon betroffen waren.

Am Stade de France war vor Beginn des Spiels zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool am 28. Mai zahlreichen Liverpool-Fans der Einlass verwehrt worden. Sie mussten stundenlang warten, viele kamen trotz regulärer Tickets nicht ins Stadion. Die Polizei setzte Tränengas und Pfefferspray ein. Der Spielbeginn verzögerte sich um 36 Minuten. Viele Fans berichteten außerdem, nach dem Spiel außerhalb des Stadions angegriffen und ausgeraubt worden zu sein.

Innenminister Gérald Darmanin beharrte darauf, dass es «massiven, groß angelegten und organisierten Betrug mit gefälschten Eintrittskarten» gegeben habe. Den Polizeieinsatz verteidigte er. Bei seiner Anhörung vor dem Senat räumte er lediglich ein, «dass es hätte besser organisiert werden können».

Etwa 2800 gefälschte Tickets gescannt

An den von Darmanin genannten Zahlen der mutmaßlich gefälschten Eintrittskarten war schnell Zweifel aufgekommen. Der europäische und der französische Fußballverband schätzen die Zahl der gescannten falschen Tickets auf etwa 2.800.

Auf dem Programm des Senatsausschusses standen auch noch Anhörungen von Vertretern des französischen Fußballverbands FFF. Per Video sollte der Bürgermeister von Liverpool, Steve Rotheram, zugeschaltet werden. Der Bürgermeister war ebenfalls bestohlen worden, wie er auf Twitter mitteilte.

Seit Montag können britische Fans, die sich in Paris schlecht behandelt fühlen, ein Online-Formular auf der Website der französischen Botschaft in London ausfüllen. Dies müssen sie dann allerdings auf dem Postweg nach Paris schicken. Die französischen Behörden haben bislang keine Zahl der eingegangenen Beschwerden genannt.

Der FC Liverpool hat auf seiner Website inzwischen mehrere tausend Beschwerden gesammelt. Real Madrid hat seinerseits eine Aufklärung der Geschehnisse gefordert.

Blamage für Frankreich

Die Szenen vor dem Stadion waren für die französische Regierung eine Blamage, sowohl mitten im Wahlkampf vor den Parlamentswahlen als auch mit Blick auf die Rugby-Weltmeisterschaft 2023 und die Olympischen Spiele 2024 in Paris.

(AFP)

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