Misstrauen – Parteiinterne Rebellen wollen Johnson stürzen
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MisstrauenParteiinterne Rebellen wollen Johnson stürzen

Gut unterrichtete Quellen gehen davon aus, dass 20 Tory-Abgeordnete am Mittwoch ein Misstrauensschreiben gegen den britischen Premierminister Boris Johnson abgeben werden.

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Kämpft seit Wochen um sein Amt: Der britische Premierminister Boris Johnson. (12. Januar 2021)

Kämpft seit Wochen um sein Amt: Der britische Premierminister Boris Johnson. (12. Januar 2021)

AFP/Tolga Akmen
Nun weht ihm auch aus den eigenen Reihen ein rauer Wind entgegen.

Nun weht ihm auch aus den eigenen Reihen ein rauer Wind entgegen.

AFP/Jessica Taylor
«Seine Zeit ist abgelaufen», soll ein Parlamentarier geschrieben haben.

«Seine Zeit ist abgelaufen», soll ein Parlamentarier geschrieben haben.

AFP/Jessica Taylor

Die parteiinterne Rebellion gegen den britischen Premierminister Boris Johnson nimmt Medienberichten zufolge Fahrt auf. Bis zu 20 Tory-Abgeordnete wollten am Mittwoch Misstrauensschreiben abgeben, schrieb der gut vernetzte «Telegraph»-Reporter Christopher Hope am Dienstagabend auf Twitter. Es sei gut möglich, dass damit jene 54 Stimmen erreicht werden, die für ein Misstrauensvotum gegen Johnson nötig sind. «Seine Zeit ist abgelaufen», zitierte Hope einen Parlamentarier. Für gewöhnlich gut informierte Reporterinnen und Reporter anderer Medien bestätigten die Informationen.

Zu einer Abstimmung würde es kommen, falls 15 Prozent der 360 konservativen Abgeordneten – eben jene 54 Parlamentarier – Johnson ihr Misstrauen ausdrücken. In geheimer Wahl in der Fraktion müsste der Premier dann mindestens 50 Prozent der Mitglieder auf seine Seite bekommen, um die Abstimmung zu überstehen. Bisher haben erst sieben Abgeordnete dem Premier öffentlich ihr Misstrauen ausgesprochen, doch hinter den Kulissen scheint sich Größeres zusammenzubrauen. Johnson steht seit Wochen erheblich unter Druck wegen Enthüllungen über Partys im Regierungssitz während des Corona-Lockdowns. Sein Ansehen in der Bevölkerung und der Partei gilt bereits jetzt als schwer beschädigt.

Johnson kämpft seit Wochen um sein Amt. Am Mittwoch will er – wie von konservativen Hardlinern gefordert – ankündigen, einige Corona-Regeln aufzuheben, die er erst kurz vor Weihnachten wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante wieder eingeführt hatte. Dazu zählen die Vorgabe, möglichst von Zuhause zu arbeiten, sowie die Vorlage von Impfnachweisen zur Teilnahme an größeren Veranstaltungen. Auch die Maskenpflicht in Geschäften und dem öffentlichen Nahverkehr soll demnach enden, wie die BBC berichtete.

(L'essentiel/DPA/chk)

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