Zwischenfall in Findel – Passagiere fühlen sich von Luxair im Stich gelassen

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Zwischenfall in FindelPassagiere fühlen sich von Luxair im Stich gelassen

LUXEMBURG - 181 Luxair-Kunden verbrachten die Nacht auf dem Flughafen Lüttich statt im eigenen Bett. Nach der Odyssee erheben sie Vorwürfe gegen die Fluggesellschaft.

Die in Lüttich gestrandeten Luxair-Kunden kamen erst am Mittwochnachmittag in Findel an.

Die in Lüttich gestrandeten Luxair-Kunden kamen erst am Mittwochnachmittag in Findel an.

L'essentiel

Ein Kleinflugzeug ist auf dem Flughafen Luxemburg notgelandet und hat am Dienstagabend für eine vorübergehende Schließung der Start- und Landebahn gesorgt. Neun Flüge mussten nach Hahn in Rheinland-Pfalz und einer nach Lüttich in Belgien umgeleitet werden. Während die 664 Luxair-Kunden in Hahn zwar verspätet, aber relativ reibungslos nach Hause kamen, mussten Kunden in Lüttich – insgesamt 181 an der Zahl – viel ärgere Strapazen aushalten.

Die Passagiere von Luxair-Flug LG922 hatten gerade ihren Urlaub im ägyptischen Hurghada beendet und hätten sich die Rückkehr sicher anders vorgestellt. Sie kamen statt am späten Dienstagabend erst am Mittwochnachmittag um 13:45 Uhr in Luxemburg an. Dementsprechend aufgeheizt war die Stimmung, als die Fluggäste nach einer mehr als halbtägigen Odyssee in Findel aus dem Bus ausstiegen.

«Als unser Flugzeug von Lüttich nach Luxemburg fliegen sollte, sagte man uns, wir sollen wieder aussteigen, weil wir mit dem Bus gefahren werden», erzählt Karima, die im Département Moselle in Frankreich wohnt. «Gegen 0:20 Uhr war kein Bus weit und breit in Sicht und wir kamen uns ziemlich hilflos vor. Es kam niemand, um uns die Situation zu erklären. Wir mussten selber schauen, wo wir bleiben. Mittwochmorgen, um 9:30 Uhr, hieß es dann plötzlich, dass die Busse wegen Schlechtwetters Verzögerung hätten. Um 10:20 Uhr kamen die Busse dann in Lüttich an. Anfang Nachmittag waren wir dann in Luxemburg. Wir sind sehr verärgert. Unsere Nerven wurden sehr strapaziert.»

Auch Didier aus der belgischen Provinz Luxembugr steht der Ärger ins Gesicht geschrieben «Dienstag, 23 Uhr, erfuhren wir, dass es einen Vorfall auf der Piste gab und wir nicht in Findel landen können. Wir dachten, dass wir nach Hahn umgeleitet werden. Wir landeten dann allerdings in Lüttich und mussten eine Stunde lang im Flugzeug warten. Die Piloten hatten die erlaubte Flugzeit überschritten, daher konnten wir nicht mehr nach Luxemburg fliegen. Das ist ein Skandal. Wir fahren drei Mal im Jahr weg, aber sowas haben wir noch nicht gesehen. Bei Luxair war niemand zu erreichen.»

«Hätten uns eine andere Betreuung gewünscht»

Am Findel wurden die verärgerten Passagiere mit Wasser, Sandwiches und einem Gutschein in Höhe von 250 Euro für die nächste Reise mit LuxairTours empfangen. Doch das beruhigte nur wenige. Sie verlangten Erklärungen für die Probleme bei der Rückholung aus Lüttich. «Wir verstehen die Verwirrung von Luxair», sagt uns ein Passagier, der ananoym bleiben möchte. «Im Falle höherer Gewalt kann man nichts machen. Aber was uns ärgert, ist, dass den Fluggästen nicht geholfen wurde. Kinder mussten auf dem Boden schlafen, ältere mussten im Rollstuhl bleiben.... Wir hätten uns eine andere Betreuung gewünscht. Es gab keinen Kontakt zwischen Luxair und den Passagieren, um zu sehen, wie es ihnen geht.»

Luxair-Chef Adrien Ney schob die Schuld unter anderem auf eine Kontaktperson am Flughafen Lüttich, die einen Bus versprochen, aber offenbar keinen besorgen konnte. «Um 5 Uhr morgens erfuhren wir, dass unsere Kunden noch immer kein Hotel hatten. Daher haben wir uns entschieden, zwei Busse loszuschicken, um sie Mittwochmorgen abzuholen.» Ney versprach Passagieren eine angemessen Entschädigung.

(Frédéric Lambert/L'essentiel)

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