Tour de France – Pechvogel Cancellara und seine Stürze

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Tour de FrancePechvogel Cancellara und seine Stürze

Für Fabian Cancellara endete die Tour de France brutal. Er wurde in seiner Karriere immer wieder durch schwere Stürze gebremst.

Fabian Cancellara zählt zu den erfolgreichsten Schweizer Radprofis. Der 34-jährige Teamkollege der Luxemburger Bob Jungels und Laurent Didier ist vierfacher Weltmeister und Olympiasieger im Zeitfahren. Die Monumente Paris-Roubaix und Flandern-Rundfahrt gewinnt er je drei Mal. Dazu Mailand-Sanremo sowie die Rundfahrten Tour de Suisse, Tirreno-Adriatico und jene in Dänemark.

Cancellara fährt während der Tour de France auch 29 Mal im Maillot jaune – letztmals am Montag. Er will einem Massensturz 60 Kilometer vor dem Ziel ausweichen und kommt im angrenzenden Gras zu Fall (Video oben). Beim Sturz bricht er sich zwei Wirbelfortsätze, fährt die Etappe zu Ende und muss die Grande Boucle aufgeben. «Es braucht einen heftigen Schlag, dass Wirbelfortsätze brechen», sagt Walter O. Frey, ärztlicher Leiter der Sportklinik Balgrist Movemed. «Da sich die Wirbelfortsätze außerhalb des geschützten Rückenmarkkanals befinden, besteht zum Glück keine Gefahr einer Querschnittlähmung.»

«Fäbu» ist am Dienstag auf dem Weg in die Heimat. Sein ganzer Körper täte ihm weh und es fühlte sich schrecklich an am Morgen, als er aufstand, twitterte Cancellara. Das abrupte Ende bei der Tour ist für ihn nicht der erste Rückschlag. Er wurde in seiner Karriere schon öfters durch schwere Stürze gebremst.

27. März 2015, E3 Harelbeke

Cancellara stürzt beim Vorbereitungsrennen für die Flandern-Rundfahrt. Er fährt zuerst weiter, gibt etwas später jedoch auf. Im Krankenhaus stellt sich heraus, dass er sich zwei Lendenwirbel gebrochen hat.

3. April 2013, Scheldepreis

Beim Vorbereitungsrennen für Paris-Roubaix kommt Cancellara bei Rennhälfte zu Fall. Er zieht sich Blessuren zu und setzt seine Fahrt fort. Später gibt er auf. Nur einen Tag später bei der Besichtigung von Paris-Roubaix stürzt er wieder. Danach gewinnt er den Klassiker.

28. Juli 2012, Olympia-Straßenrennen

Gold liegt bereit, 15 Kilometer vor dem Ziel platzt der Traum. Cancellara schaut vor einer Rechtskurve kurz zurück, verschätzt sich und knallt in die Absperrungen. Das Zeitfahren vier Tage später bestreitet er gehandicapt und bleibt ohne Medaillenchance.

1. April 2012, Flandern-Rundfahrt

Cancellara fährt 60 Kilometer vor dem Ziel über einen weggeworfenen Bidon. Er kommt zu Fall und zieht sich beim Sturz einen vierfachen Bruch des Schlüsselbeins zu.

(L'essentiel/heg)

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