Trinkwasser – Pestizid-Grenzwert wird um das 30-fache erhöht

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TrinkwasserPestizid-Grenzwert wird um das 30-fache erhöht

LUXEMBURG - Die Regierung hat bei der EU eine Ausnahmeregelung beantragt: Der Grenzwert für Metazachlor im Trinkwasser wurde von 100 auf 3000 Nanogramm erhöht.

Trinkwassernotlage in Luxemburg: Nachdem das giftige Pestizid Metazachlor auch im Grundwasser entdeckt wurde, und der ebenfalls verseuchte Obersauer-Stausee wieder ans Netz genommen wurde, entspricht das luxemburgische Trinkwasser nicht mehr der EU-Norm.

Deshalb musste die Regierung bei der Europäischen Kommission eine Ausnahmegenehmigung beantragen - die wurde jetzt genehmigt. Der erlaubte Wert von Metazachlor im Trinkwasser wurde demnach von 100 Nanogramm/Liter um das 30-fache auf 3000 Nanogramm/Liter erhöht. Das teilte die Regierung auf einer Pressekonferenz am Abend mit. Von der Opposition kommt harte Kritik.

Ausnahmeregelung soll drei Jahre lang bestehen

«Diese Ausnahme soll nicht länger als drei Jahre bestehen», erklärte Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Greng) am Abend. Zudem müssen Aktionspläne entwickelt werden, um die Wasserqualität zu verbessern.

Die Gesundheit der Bevölkerung sei nicht gefährdet, erklärte Dieschbourg. «Jemand, der jeden Tag drei Liter Wasser trinkt, das 3000 Nanogramm Metazachlor beinhaltet, nimmt nur sechs Prozent der Dosis zu sich, die gesundheitsschädlich ist.»

Der Obersauer-Stausee in Esch/Sauer sei seit Donnerstag wieder am Netz, erklärte Dieschbourg. In den Wasserproben, die dort entnommen wurden, sei nie mehr als 100 Nanogramm Metazachlor pro Liter gefunden worden.

(jg/sen/L'essentiel)

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