Millarden-Entschädigung: Pharmakonzern Teva in USA wegen Opioid-Krise zu Milliardenzahlung bereit

Publiziert

Millarden-EntschädigungPharmakonzern Teva in USA wegen Opioid-Krise zu Milliardenzahlung bereit

In der Opioid-Krise in den USA hat sich der israelische Pharmakonzern Teva zur Zahlung von mehr als vier Milliarden Dollar bereiterklärt, um Klagen beizulegen.

Ein drogenabhaengiger Junkie setzt sich vor den Augen von Zuercher Polizisten der Einheit Turicum in der Nacht vom 21. September 2002 in einem Hinterhof der Langstrasse im Kreis 4 in Zuerich einen Schuss, einen sogenannten Cocktail, eine Mischung aus Kokain und Heroin. Die Polizei kann trotz zahlreichen Kontrollen die Drogenkriminalitaet nicht eindaemmen. Zudem sieht sie sich einer zunehmenden Gewalt der Delinquenten aus der Drogenszene ausgesetzt, die sich rabiat zu Wehr setzen oder durch laute, unbegruendete Hilfeschreie die Aufmerksamkeit und sehr oft auch die Symphatie von Passanten auf sich ziehen. (KEYSTONE/Gaetan Bally)    [Vorlage: FILM]

Viele Experten führen die Opioid-Krise auf die übermäßige Verschreibung opioidhaltiger Schmerzmitteln zurück, die bis Mitte der 90er Jahre noch der Behandlung von Schwerstkranken vorbehalten waren.

KEYSTONE

In der Opioid-Krise in den USA hat sich der israelische Pharmakonzern Teva zur Zahlung von mehr als vier Milliarden Dollar bereiterklärt, um Klagen beizulegen. Gemäß einer mit US-Generalstaatsanwälten und Klägeranwälten erzielten landesweiten Grundsatzvereinbarung würde Teva über einen Zeitraum von 13 Jahren 4,25 Milliarden Dollar (4,16 Milliarden Euro) zahlen, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Hinzu kämen 100 Millionen Dollar für Ureinwohner-Stämme.

Die Gesamtsumme umfasst die Bereitstellung eines Teva-Generikums, also eines günstigen Medikaments, gegen Opioid-Überdosen im Wert 1,2 Milliarden Dollar. Die noch nicht endgültig besiegelte Vereinbarung stelle «kein Eingeständnis von Fehlverhalten» dar, betonte Teva. Es sei aber im «besten Interesse» des Unternehmens, «diese Fälle hinter uns zu bringen».

In den vergangenen 20 Jahren sind in den USA mehr als eine halbe Million Menschen an den Folgen einer Opioid-Überdosis gestorben. Das umfasst sowohl verschriebene Schmerzmittel als auch illegale Drogen wie Heroin.

Opioid-Krise durch übermäßige Verschreibung opioidhaltiger Schmerzmittel

Viele Experten führen die Opioid-Krise auf die übermäßige Verschreibung opioidhaltiger Schmerzmitteln zurück, die bis Mitte der 90er Jahre noch der Behandlung von Schwerstkranken vorbehalten waren. Den Herstellern sowie Großhändlern und US-Apotheken wird vorgeworfen, die Mittel aggressiv beworben und auf Warnzeichen der Suchtkrise nicht reagiert zu haben.

Die Opioid-Krise hat zu einer landesweiten Klagewelle gegen Unternehmen der Pharmabranche geführt – und zu einer Reihe von Vergleichen. So haben sich der Pharmariese Johnson & Johnson und drei Medikamenten-Großhändler zur Zahlung von 26 Milliarden Dollar bereiterklärt.

(AFP)

Deine Meinung

0 Kommentare