Luxemburg – Pizza-Automat spaltet Bewohner und Gemeinden
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LuxemburgPizza-Automat spaltet Bewohner und Gemeinden

PETINGEN – Hinter einem Einkaufszentrum steht seit kurzem ein Pizza-Automat. Während die Kunden sich daran erfreuen, äußern Gemeinden ihre Bedenken.

Auf dem Gelände hinter dem großen Supermarkt in Petingen wurde vor kurzem ein Pizza-Automat aufgestellt. «Es ist einfach genial, ich komme ab und zu hierher», erzählt uns Coralie aus Petingen, während sie auf dem Touchscreen ihre Lieblingspizza auswählt. Nur noch eben mit der Karte bezahlen und schon wird der Ofen angeschmissen.

Der große Vorteil, den Coralie in dieser Zubereitung sieht: «Es dauert nur drei Minuten lang». Der einzige Nachteil sei, dass es keine Pizza mit Champignons gibt. Dafür gebe es aber die Variante mit Salami oder eine klassische Margherita. Zudem seien die Pizzas nicht geschnitten. «Wer sich die Finger nicht schmutzig machen möchte, sollte daran denken, ein Messer einzupacken», rät sie. Schmecken würden sie «ganz gut, sogar noch besser als die aus dem Supermarkt».

Gemeinden äußern Bedenken

Auch Stéphane ist von den Pizzas aus dem Automaten begeistert. «Die Qualität ist wirklich ganz gut. In der Mittagspause habe ich nicht immer Zeit, mir Essen zuzubereiten. Außerdem gibt es gleich nebenan einen Getränkeautomaten, perfekt!» sagt er. Während er auf seine Pizza wartet, bildet sich eine kleine Warteschlange.

Es handelt sich bereits um den zweiten Automaten dieser Art in Luxemburg. Der erste Pizza-Automat wurde vergangenen Sommer in Esch/Alzette installiert. Laut dem Betreiber NVN Group, soll «demnächst ein dritter» in Betrieb genommen werden. Der Standort ist jedoch noch nicht bekannt. «Wir freuen uns über das positive Feedback und über den Erfolg unseres Produkts», sagt ein Sprecher der Firma.

Allerdings gibt es für den Pizza-Automaten nicht nur Fürsprecher. Bereits vergangenen Sommer äußerte die Gemeinde Esch ihre Missbilligung. Man wolle nicht die Verteilung von Junkfood unterstützen. Die Gemeinde Petingen ihrerseits ist aus anderen Gründen nicht über die Anwesenheit des Automaten erfreut. Denn obschon NVN Group die Aufstellung des Automaten beantragt hatte, sei hier nicht auf die Entscheidung und «das Rechtsgutachten» gewartet worden. Im Gemeinderat werde sogar über «eine Anpassung der Gemeinderegeln» nachgedacht. In der Zwischenzeit könne die Gemeinde keine Kommunalsteuer verlangen, die sie sonst auf Verkaufsstände, Terrassen oder die Nutzung von öffentlichem Grund erhebt.

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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