Streckenübernahme – Pleite von Air Berlin - kann Luxair profitieren?
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StreckenübernahmePleite von Air Berlin - kann Luxair profitieren?

LUXEMBURG - Pleiten, Pech und Pannen bestimmten das Schicksal der Air Berlin. Nun werden die Filetstücke der insolventen Airline verteilt – fällt auch ein Happen für Luxair ab?

Am Flughafen Saarbrücken geht der Betrieb vorerst normal weiter. Doch wer wird die Strecken der insolventen Air Berline übernehmen?

Am Flughafen Saarbrücken geht der Betrieb vorerst normal weiter. Doch wer wird die Strecken der insolventen Air Berline übernehmen?

DPA/Oliver Dietze

Es war ein Absturz, der sich seit langem angekündigt hat: Seit vergangener Woche ist die Pleite von Air Berlin nun offiziell. Dass die Fluggesellschaft als Ganzes bestehen bleibt, halten Experten für ausgeschlossen. Vieles deutet darauf hin, dass sich Lufthansa einen Großteil des Unternehmens inklusive der Touristiktochter Niki einverleibt. Easyjet und Condor wollen ebenfalls Air-Berlin-Maschinen übernehmen. Doch auch andere Airlines reißen sich um ertragreiche Happen aus der Insolvenzmasse.

So äußert etwa die Luxair vorsichtiges Interesse an Start- und Landefenstern von Air Berlin – und zwar am Flughafen Saarbrücken. «Wenn wir angesprochen werden, würden wir uns natürlich mit dem Thema beschäftigen», sagt ein Sprecher auf Nachfrage. Eine mögliche Streckenübernahme hänge auch von den eigenen Flugkapazitäten ab. Bei Luxair geht man jedoch davon aus, dass der mögliche Käufer von Air Berlin die profitable Verbindung von Saarbrücken nach Berlin selbst bedienen wird.

«Mit Luxair sehr gute Erfahrungen gemacht»

Derzeit fliegt Air Berlin vier Mal täglich von der Saar an die Spree. Passagiere auf der Strecke klagen jedoch seit Monaten über Flugausfälle und Verspätungen. Luxair führt aktuell zwei Mal täglich Flüge vom Findel nach Hamburg mit Zwischenstopp in Saarbrücken durch und hat Berlin als Direktflug ab Luxemburg im Programm. Ab Oktober fliegt zudem Easyjet vom Großherzogtum in die deutsche Hauptstadt.

In Saarbrücken sieht man die Insolvenz der Air Berlin indes entspannt: «Im Moment wirkt es sich überhaupt nicht aus, es wird ja weitergeflogen», erklärt Ludwin Vogel, Pressesprecher des Saar-Flughafens. Durch eine Finanzspritze der Bundesrepublik über 150 Millionen Euro kann Air Berlin den Flugbetrieb im gesamten Streckennetz noch etwa drei Monate aufrecht erhalten. Man müsse den Verlauf der Insolvenzverhandlungen abwarten, sagt Vogel. Aber gerade um die Verbindung nach Berlin mache man sich keinerlei Sorgen: «Das ist eine gut eingeflogene und sehr attraktive Strecke.»

Über etwaige Interessenten würde in den vergangenen Tagen viel spekuliert, daran wolle sich der Flughafen Saarbrücken aber nicht beteiligen. Ob man sich vorstellen könne, dass Luxair die attraktive Strecke übernimmt? «Wir wollen nicht in die bevorstehenden Verhandlungen eingreifen», erklärt Vogel. Aber: «Mit Luxair haben wir auf der Strecke nach Hamburg sehr gute Erfahrungen gemacht.»

(jt/pw/L'essentiel)

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