Aktien-Höhenflug – Pokémon helfen Nintendo aus der Krise

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Aktien-HöhenflugPokémon helfen Nintendo aus der Krise

Der japanische Spielehersteller Nintendo blickt auf wirtschaftlich schwierige Jahre zurück. Nun sorgt ein Pokémon-Spiel für Smartphones für Hoffnung.

Vor knapp einer Woche hat Nintendo das Smartphone-Spiel «Pokémon Go» lanciert. Bisher ist es in der offiziellen Version erst in den USA und Australien erhältlich, dort ist es aber bereits ein Riesenerfolg. Das wirkt sich auch auf die Nintendo-Aktie aus, die am Montag an der Börse in Tokio zeitweise um 25 Prozent in die Höhe schnellte. Seit dem Start von «Pokémon Go» ist die Marktkapitalisierung des japanischen Spielekonzerns um rund 7 Milliarden Euro gewachsen.

Bei «Pokémon Go» können Spieler an realen Orten virtuelle Pokémon fangen. Künftig sollen die kleinen Monster zudem mit anderen Trainern getauscht werden können. Für Nintendo kommt der Erfolg mit «Pokémon Go» zur rechten Zeit. In den letzten Jahren hatte der Konzern finanziell stark zu kämpfen. Seit der Lancierung der Wii-Konsole, die Ende 2006 in den Verkauf kam, ist dem Unternehmen kein großer Erfolg mehr gelungen.

Später Einstieg bei Smartphone-Spielen

Die Aktie hat seit dem Höchststand 2007, als eine Aktie über 61.000 Yen kostete (umgerechnet rund 590 Euro), gut zwei Drittel an Wert verloren. Fürs letzte Geschäftsjahr musste Nintendo einen 60 Prozent tieferen Nettogewinn ausweisen und unterbot damit sogar die Zahlen, die das Unternehmen vorgängig bei einer Gewinnwarnung genannt hatte. Auch der Umsatz sank im vergangenen Jahr um über 8 Prozent.

Nintendo verlor in den letzten Jahren laufend Marktanteile an Smartphone-Spiele, während die eigenen neuen Konsolen wie Wii U weit hinter den Erwartungen blieben. Um das Geschäft mit den eigenen mobilen Geräten nicht zu kannibalisieren, verzichtete Nintendo aufs Entwickeln von eigenen Spielen für Smartphones. Nun hat bei Nintendo offensichtlich ein Umdenken stattgefunden und es sind neben «Pokémon» eine Reihe anderer Handy-Spiele angekündigt worden. Und Potenzial gibt es einiges: Mit «Zelda», «Mario» oder «Donkey Kong» verfügt Nintendo über einige der bekanntesten Spielereihen.

(lin)

(L'essentiel)

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