Kindesmissbrauch – Polizei ermittelt gegen über hundert Personen
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KindesmissbrauchPolizei ermittelt gegen über hundert Personen

Zwei Männer aus Nordrhein-Westfalen sollen mehreren Kindern sexualisierte Gewalt angetan haben. Laut der Staatsanwaltschaft wird auch gegen 100 weitere Personen ermittelt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehr als hundert Personen wegen Kindesmissbrauchs.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehr als hundert Personen wegen Kindesmissbrauchs.

Imago/ Andreas Gora

Zwei Männer aus Nordrhein-Westfalen stehen im Fokus der Ermittlungen, wie der «WDR» berichtet. Sie sollen mehreren Kindern sexualisierte Gewalt angetan und kinderpornografisches Material ausgetauscht haben. Die Taten des 22-jährigen Studenten stehen im Zusammenhang mit vier Kindern im Alter von fünf Monaten bis zwölf Jahren, die er in der Stadt Minden begangen haben soll. Dem zweiten Verdächtigen, ein 44-Jähriger aus der Ortschaft Wetter, wird sexualisierte Gewalt an einem einjährigen Jungen vorgeworfen.

Landesweiter Tauschring für Kinderpornografie

Weil die beiden Beschuldigten ihre Taten auch gefilmt, fotografiert und mit anderen ausgetauscht haben sollen, ermittelt die Staatsanwaltschaft Wuppertal in ganz Deutschland gegen mehr als 100 weitere Personen wegen des «Verdachts des Sich-Verschaffens von kinderpornografischem Material». Bei Durchsuchungen bei den Hauptverdächtigen konnten die Ermittler große Mengen Datenträger und weitere Beweise sicherstellen, darunter Digitalkameras, USB-Sticks und Chatverläufe, deren Analyse zurzeit noch andauert. Die Aufnahmen führten laut den Behörden zu einem bundesweiten Tauschring von Kinderpornografie-Sammlern.

Täter wahrscheinlich schuldunfähig

Nach ersten Erkenntnissen haben sich die beiden Männer über eine Dating-App kennengelernt. Während der 44-Jährige, dem eine lange Haftstrafe droht, die Aussage bisher verweigert, hat sich der Mitbeschuldigte offenbar bereits ausführlich zu den Vorwürfen geäußert. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 22-Jährige wegen einer psychischen Erkrankung wahrscheinlich nicht schuldfähig ist. Er befindet sich zurzeit in einer psychiatrischen Einrichtung, während der 44-Jährige in Untersuchungshaft sitzt.

(L'essentiel/Benedikt Hollenstein)

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