Verfolgungsjagd auf A3 – Polizei machtlos - Diebe fliehen über Grenze

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Verfolgungsjagd auf A3Polizei machtlos - Diebe fliehen über Grenze

LUXEMBURG - Drei Ladendiebe rasten am Montag der Polizei nach Frankreich davon. Die Beamten mussten die Verfolgung an der Grenze stoppen - das ruft jetzt Kritik hervor.

Die Polizei musste ihre Verfolgungsjagd an der Grenze zu Frankreich beenden - das sieht das Schengen-Abkommen so vor.

Die Polizei musste ihre Verfolgungsjagd an der Grenze zu Frankreich beenden - das sieht das Schengen-Abkommen so vor.

Pierre Matge

Eine Verfolgungsjagd zwischen der Polizei und drei Ladendieben ruft derzeit kontroverse Debatten auf den Sozialen Medien in Luxemburg hervor. «Polizei lässt Ladendiebe ziehen», titelte die Website tageblatt.lu gestern Nachmittag. Die Folge waren mehrere kritische Postings gegen die angeblich laschen Strafverfolgungsbehörden im Großherzogtum. Eine Sprecherin der Polizei war am Mittwoch um Klarstellung bemüht.

Was war passiert? Zwei Männer und eine Frau hatten am Montagnachmittag aus einem Supermarkt in Sandweiler mehrere Zigarettenpackungen geklaut. Ihr Trick: Sie hatten eine Pappkiste auf das Förderband gelegt, damit der Kassierer den Diebstahl nicht sieht. Doch der wurde trotzdem stutzig und verständigte die Geschäftsführerin. Als diese die Beschuldigten in ihr Büro bat, rannten die drei nach draußen und fuhren mit einem Auto davon. Auf ihrem Weg über die Autobahnen A1 und A3 heftete sich eine Polizeistreife an ihre Fersen. Die Ladendiebe hatten jedoch beträchtlichen Vorsprung und waren kaum mehr einzuholen. An der Grenze zu Frankreich mussten die Beamten die Verfolgungsfahrt schließlich erfolglos beenden – das sehen die geltenden Gesetze in diesem Fall so vor.

Grenzüberschreitende Verfolgung nur bei schweren Straftaten

«Artikel 41 des Schengen-Abkommens zwischen Frankreich, Deutschland und den Benelux-Staaten schreibt der Polizei vor, dass sie Straftäter nur bei bestimmten Vergehen über die Grenzen hinweg verfolgen darf», so Sprecherin Carine Merens. Dazu zählen Straftaten wie Mord, Brandstiftung oder bewaffnete Raubüberfälle. «Ladendiebstahl zählt jedoch nicht dazu.» Die beteiligten Luxemburger Polizisten hätten vorschriftsmäßig gehandelt und auch die Kollegen in Frankreich über das Fluchtfahrzeug der Ladendiebe informiert. Ob die Täter in Lothringen geschnappt werden konnten, ist jedoch unklar.

Immerhin konnte am Dienstag ein anderer Ladendieb in Luxemburg festgenommen werden. Security-Mitarbeiter hatten den Mann, der auch noch Wiederholungstäter war, an der Kasse eines Kaufhauses in Bartringen festgehalten und der Polizei übergeben. Er wurde mittlerweile einem Untersuchungsrichter vorgeführt.

(jt/L'essentiel)

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