Darknet-Marktplatz – Polizei verhaftet Drogen-König an dänischer Grenze
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Darknet-MarktplatzPolizei verhaftet Drogen-König an dänischer Grenze

Über den sogenannten Darkmarket wurden Drogen im Wert von Millionen gedealt. Jetzt hat die Polizei den Umschlagplatz geschlossen und einen 34-jährigen Australier festgenommen.

Die Kriminalpolizei Oldenburg hat am Wochenende in der Nähe der Grenze zu Dänemark einen australischen Staatsbürger verhaftet. Der 34-jährige Mann ist der mutmaßliche Betreiber des Darkmarket – dem größten illegalen Handelsplatz im Darknet.

Laut Europol waren mehr als 500.000 Nutzer und 2400 Händler auf dem Marktplatz aktiv. Insgesamt wurden 320.000 Transaktionen registriert. Über die Plattform flossen 4650 Bitcoins und andere Kryptowährungen im Wert von umgerechnet über 150 Millionen Euro. Die Verkäufer hatten hauptsächlich Drogen aller Art im Angebot, verkauften aber auch Falschgeld, gestohlene oder gefälschte Kreditkartendaten, SIM-Karten und Schadsoftware.

Server sichergestellt

Am Montag wurde die Plattform schließlich geschlossen. Mehr als 20 Server in der Ukraine und Moldawien wurden auf Anweisung des Bundeskriminalamtes sichergestellt. Sie sollen weitere Hinweise auf die illegalen Machenschaften liefern. Auf die Schliche kam die Polizei dem 34-jährigen Mann aufgrund der Ermittlungen rund um den sogenannten Cyberbunker.

In dem ehemaligen Nato-Bunker betrieben Cyberkriminelle eine Anlage mit 2000 Servern. Darüber sollen hunderttausende Drogendeals abgelaufen sein. Ein 59-jähriger Mann aus den Niederlanden hatte die rund 13.000 Quadratmeter große Parzelle im Jahr 2013 gekaut. Im September 2019 stürmten über 650 Beamte, darunter die Spezialeinheit GSG9, den «Cyberbunker». Bei der Razzia wurden zig Smartphones, Datenträger, hunderte Server und eine hohe Summe Bargeld sichergestellt.

Den acht Angeklagten, die im Bunker lebten, werden mehrere Vergehen vorgeworfen – unter anderem sollen sie in wechselnder Beteiligung Beihilfe zu Drogenhandel, Kreditkartenbetrug, Hehlerei und Sabotage geleistet haben. Auch wird ihnen die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Dabei geht es um mindestens 249.000 Straftaten. Der Auftakt zu dem Monsterprozess war am 19. Oktober 2020. Die Verhandlung findet jeweils an zwei Tagen pro Woche statt – und dies über die nächsten Monate hinweg bis Ende 2021.

(L'essentiel/Tobias Bolzern)

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