Tullamore (Irland) – Polizei verhaftet Verdächtigen im Fall Murphy
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Tullamore (Irland)Polizei verhaftet Verdächtigen im Fall Murphy

Am vergangenen Mittwoch wurde in Tullamore der Leichnam der jungen Lehrerin Ashling Murphy gefunden: Sie war offenbar auf ihrer Jogging-Runde erwürgt worden.

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Ashling Murphy wurde am 12. Januar tot aufgefunden.

Ashling Murphy wurde am 12. Januar tot aufgefunden.

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Ihr Tod löste große Betroffenheit aus. Nun wurde sie beigesetzt.

Ihr Tod löste große Betroffenheit aus. Nun wurde sie beigesetzt.

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Befreundete Musikerinnen und Musiker spielten an der Beisetzung.

Befreundete Musikerinnen und Musiker spielten an der Beisetzung.

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Im aufsehenerregenden Fall um die getötete Lehrerin Ashling Murphy (23) in Irland hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Der Mann sei zwischen 30 und 40 Jahre alt und habe eine Partnerin sowie kleine Kinder, berichtete die Zeitung «Irish Times» am Dienstag (Online). Er sei zuletzt wegen Verletzungen in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Dublin behandelt worden, sei nun aber wieder vernehmungsfähig. Die Ermittler dürfen den Mann nun insgesamt 24 Stunden verhören – die Zeit kann aber über mehrere Tage verlängert werden.

Der Verdächtige hatte am vergangenen Donnerstag mit mehreren Wunden eine Klinik aufgesucht. Einige Verletzungen hatte er sich nach Einschätzung der Ärzte selbst zugefügt, wie die Zeitung weiter berichtete. Als klar wurde, dass der Mann Verbindungen in die Region hat, in der die 23-Jährige am vergangenen Mittwoch in der Kleinstadt Tullamore rund 80 Kilometer westlich von Dublin getötet wurde, schaltete sich die Polizei ein. Sowohl zwei Häuser als auch zwei Fahrzeuge, die dem Mann zugeordnet werden, werden seit Tagen untersucht. Am Tatort wurde zudem ein Fahrrad gefunden.

Die Tat hatte landesweit für Entsetzen gesorgt und eine erneute Debatte über die Sicherheit von Frauen ausgelöst. Verschiedene englischsprachige Medien berichteten davon, dass sie vor ihrem Tod möglicherweise gestalkt worden sei – es könnte sich um ein Hassverbrechen handeln. Laut der irischen Onlineplattform «Womens Aid» sind seit 1996 in Irland 244 Frauen gewaltsam ermordet worden. In 87 Prozent der aufgeklärten Fälle ist der Täter ein Mann, der dem Opfer bekannt ist, der Rest waren unbekannte.

Hunderte Trauernde an der Beerdigung

Die 23-Jährige wurde am Dienstag unter großer Anteilnahme beigesetzt. Auch Regierungschef Micheal Martin und Präsident Michael D. Higgins wohnten der Zeremonie im Ort Mountbolus bei, wie der Sender RTÉ berichtete. Trauernde säumten die Straßen, als der Sarg mit der jungen Frau zur Kirche gefahren wurde. Schulkinder hielten Bilder von Ashling Murphy hoch. Befreundete Musiker spielten und Mitglieder ihres Sportclubs bildeten ein Ehrenspalier.

Auf dem Altar erinnerten persönliche Gegenstände an die begeisterte Musikerin und Sportlerin – unter anderem Murphys Violine und Vereinstrikot, ein Familienbild und ein Schulbuch. Lehrergewerkschaften riefen zu einer landesweiten Schweigeminute an Schulen auf.

(L'essentiel/dpa/trx)

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