In Luxemburg – Polizist angefahren, Schüsse, Jagd durchs Land

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In LuxemburgPolizist angefahren, Schüsse, Jagd durchs Land

LUXEMBURG - Nach einer kilometerweiten Verfolgung hat die Police Grand-Ducale am Dienstag zwei Personen festgenommen. Ein Polizist wurde angefahren, ein Flüchtender angeschossen.

Etliche Polizeieinsatzkräfte und mehrere Straßensperren waren am Dienstagabend nötig, um zwei flüchtende Personen stoppen zu können, die sich auch nicht aufhalten ließen, als ein Polizist mehrfach auf sie schoss. Die kilometerweite Verfolgungsjagd endete mit zwei verletzten Personen, zwei Festnahmen und jeder Menge Sachschaden.

Wie die Police Grand-Ducale in der Nacht zum Mittwoch mitteilt, hatte eine Streife gegen 21 Uhr zunächst einen Pkw beobachtet, der an der Kreuzung zwischen Route d'Esch und Boulevard Grande-Duchesse Charlotte eine rote Ampel überfuhr. Als die Polizisten den weißen Mercedes stoppen wollten, gab der Fahrer Gas und flüchtete zunächst Richtung Oberstadt. Dann wendete er, umfuhr eine erste Polizeisperre, raste Richtung Hollerich, wo er entgegen der Fahrtrichtung in die Rue Bouillon einbog und dann als Geisterfahrer auf der A4 Richtung Süden donnerte – die Polizei stets im Nacken.

Schüsse auf Autobahn

In Esch alarmierte Kollegen richteten auf der Autobahn in Höhe Steinbrücken eine zweite Straßensperre ein. Der Flüchtende fuhr auf diese zu, doch im letzten Moment riss er das Lenkrad um, um erneut zu wenden. Dabei rammte der weiße Mercedes erst einen Polizeiwagen und anschließend einen Polizeibeamten, der dadurch leicht verletzt wurde. Ein anderer Polizist schoss daraufhin mehrfach auf das nun wieder Richtung Hauptstadt rasende Fluchtfahrzeug. Rund 500 Meter später hatte der Spuk dann aber ein Ende. Zwei Einsatzfahrzeuge konnten den Mercedes einholen und ausbremsen.

Bei der Festnahme stellte sich heraus, dass der Fahrer durch mehrere Kugeln ins Bein getroffen worden war. Die Beifahrerin wurde laut Polizeibericht nicht verletzt. Beide seien auf Anordnung der Staatsanwaltschaft sofort verhaftet worden. Die genauen Umstände der Flucht seien noch zu klären. Wie lange der Einsatz dauerte, teilte die Polizei nicht mit. Um 22.35 Uhr – also gut anderthalb Stunden nach Beginn der Verfolgungsjagd – hatte sie jedoch via Twitter darüber informiert, dass die A4 wegen des Einsatzes gesperrt ist und gegenüber L'essentiel erklärt, dass es noch «zwei bis drei Stunden» dauern könne. Laut Leser-Reportern ist die Autobahn am frühen Mittwochmorgen noch immer gesperrt.

(Philip Weber/L'essentiel)

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