Irak – Polizisten befreien Kind von Sprengstoff-Weste

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IrakPolizisten befreien Kind von Sprengstoff-Weste

Die Terrormiliz «Islamischer Staat» setzt immer mehr Kinder als Selbstmordattentäter ein. Im Irak konnte die Polizei am Sonntag einen Jungen retten.

Dass der «Islamische Staat» (IS) auf Kinder als Selbstmordattentäter setzt, zeigte sich dieses Wochenende nicht nur in der Türkei, wo sich nach türkischen Angaben ein 12 bis 14 Jahre altes Kind auf einer kurdischen Hochzeit in Gaziantep in die Luft sprengte und mindestens 51 Menschen mit in den Tod riss.

Auch im Irak kam es dieses Wochenende zu einem Zwischenfall mit einem jungen Selbstmordattentäter, allerdings ging dieser glimpflich aus. Ein Video des kurdischen Senders Kurdistan 24 aus Kirkuk zeigt, wie Sicherheitskräfte einen Jungen – kurdischen Medien zufolge ist er zwischen 12 und 13 Jahre alt – festhalten und ihn vorsichtig von einer Weste befreien, die den Angaben zufolge mit einem Sprengsatz präpariert war. Der Junge ist sichtlich gestresst. Was sein Auftrag beziehungsweise sein Ziel war, ist nicht bekannt.

Sicherheitskräfte hatten in Kirkuk zuvor einen weiteren Anschlag vereitelt: Sie erschossen den Selbstmordattentäter, bevor dieser in eine schiitische Moschee gelangen und seine Bombe zünden konnte. Vier Menschen wurden dennoch verletzt. Nur wenig später sprengte sich ein weiterer Mann in die Luft, ohne dass er jemanden verletzte.

Der IS setzt zunehmend mehr Kinder als Selbstmordattentäter ein, wie das Combating Terrorism Center zu Beginn dieses Jahres bereits schrieb. Demnach gab es im Januar 2016 dreimal so viele von Kindern und Jugendlichen ausgeführte Selbstmordoperationen als im gleichen Monat ein Jahr zuvor.

(L'essentiel/gux)

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