Parasiten-Infektion – Portugiese erlebt Albtraum nach Sushi-Mahlzeit

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Parasiten-InfektionPortugiese erlebt Albtraum nach Sushi-Mahlzeit

Nach dem Besuch eines japanischen Restaurants klagt ein Mann plötzlich über höllische Bauchschmerzen. Die Ärzte sehen im Darm des Patienten nach – und finden die Verursacher.

Sushi erfreut sich in Luxemburg immer größerer Beliebtheit. Im ganzen Land gibt es bereits an die 50 Restaurants, die Lachs-Maki, California Rolls & Co. auf der Speisekarte haben. Die Qualität der Produkte ist meist einwandfrei – doch dass es auch mal schiefgehen kann, beweist ein Fall aus Lissabon.

Ein 32-jähriger Mann hatte dort in einem japanischen Restaurant rohen Fisch verzehrt. Kurze Zeit später überkamen den jungen Mann schlimme Magenkrämpfe. Ärzte in einem Krankenhaus in Lissabon schauten sich die Sache mithilfe eines Endoskops mit eingebauter Kamera genauer an. Sie wurden Zeuge eines widerlichen Schauspiels: Auf dem Bildschirm tauchte eine Gruppe weißer Fadenwürmer auf, die es sich in der Darmschleimhaut gerade gemütlich machte. Die Ärzte holten die Parasiten mit einem speziellen Fangnetz aus dem Körper des Patienten und gaben ihm Medikamente. Anschließend linderten sich die Symptome.

Immer mehr Krankheitsfälle

Die Fadenwürmer lauern vor allem in rohem Seefisch wie Sushi oder Matjes. Die Parasiten können die sogenannte Anisakiasis-Krankheit auslösen, die heftige Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und sogar Darmverschlüsse verursachen kann. In einem Beitrag für das Fachblatt BMJ Case Reports warnen die behandelnden Mediziner aus Lissabon ihre Kollegen in anderen Ländern: Patienten, die rohen Fisch zu sich genommen haben und ähnliche Symptome aufweisen, sollen sofort in diese Richtung untersucht werden. Weil Sushi in Europa, den USA und Kanada immer beliebter werde, häufen sich die Anisakiasis-Erkrankungen. 2014 wurde ein ähnlicher Fall aus China bekannt.

Als Konsument kann man sich nur durch Verzicht auf die erwähnten Speisen schützen. Wird der Fisch vor der Herstellung der Mahlzeit ausreichend lang tiefgefroren, haben die Würmchen aber meistens keine Chance. Sushi gilt wegen seines geringen Fettanteils als gesunde Mahlzeit, erfordert bei der Zubereitung jedoch absolute Hygiene. Studien haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sich in den schmackhaften Happen nicht nur Fadenwürmer, sondern häufig auch giftiges Quecksilber verstecken kann.

(jt/L'essentiel)

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