Unruhen in Kasachstan – Präsident Tokajew erteilt der Polizei Schießbefehl
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Unruhen in KasachstanPräsident Tokajew erteilt der Polizei Schießbefehl

Kasachstans Regierung meldet 26 tote Zivilisten und mehr als 3000 Festnahmen bei den Unruhen. Der Präsident will nun «bewaffnete Banditen eliminieren».

Kasachische Soldaten rücken wegen der Unruhen in gepanzerten Mannschaftswagen an.

Kasachische Soldaten rücken wegen der Unruhen in gepanzerten Mannschaftswagen an.

DPA/Valery Sharifulin

Nach schweren Unruhen hat der Präsident der autoritär geführten Republik Kasachstan, Kassym-Jomart Tokajew, einen Schießbefehl gegen militante Demonstranten erteilt. «Ich habe den Sicherheitskräften und der Armee den Befehl gegeben, ohne Vorwarnung das Feuer zu eröffnen», sagte Tokajew am Freitag in einer Fernsehansprache. Aus dem Ausland kämen Aufrufe zu einer friedlichen Lösung der Krise. «Welch eine Dummheit! Was für Verhandlungen kann es mit Verbrechern und Mördern geben?», so Tokajew.

Das Staatsoberhaupt erklärte, es hätten insgesamt 20.000 «Banditen» die Millionenstadt Almaty im Südosten des zentralasiatischen Landes angegriffen, wo die Unruhen in den vergangenen Tagen besonders heftig waren. Er bezeichnete Demonstranten auch als «Terroristen» und als aus dem Ausland gesteuert. Derzeit ist es schwierig, Informationen unabhängig zu überprüfen. Immer wieder wird in Kasachstan das Internet abgestellt, die Grenze wurde für Ausländer geschlossen.

Unmut über Treibstoffpriese schlägt in Gewalt um

Am Morgen hatte das Staatsfernsehen berichtet, dass bereits 26 Demonstranten getötet worden seien. Zudem habe es mehr als 3000 Festnahmen gegeben. Befürchtet wurde, dass es nun noch viele weitere zivile Todesopfer geben könnte. Offiziellen Angaben zufolge starben auch mindestens 18 Sicherheitskräfte.

Auslöser der Unruhen in der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik war Unmut über gestiegene Treibstoffpreise an den Tankstellen. Sie schlugen aber schnell in teils gewaltsame Proteste gegen die Regierung um. Als Reaktion auf die Proteste entließ der jetzige Präsident Tokajew die gesamte Regierung und verhängte einen landesweiten Ausnahmezustand.

(L'essentiel/DPA)

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