Prozess in Wales: Prellungen, Schnittwunden und Verbrennungen – Familie folterte Logan (5) zu Tode

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Prozess in WalesPrellungen, Schnittwunden und Verbrennungen – Familie folterte Logan (5) zu Tode

Der fünfjährige Logan starb, nachdem seine Mutter, sein Stiefvater und ein Teenager ihn über Monate hinweg gequält hatten. Am Tag seines Todes täuschte die Familie eine Entführung vor.

von
Katrin Ofner
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Logan Mwangi (5) starb am 31. Juli 2021, nachdem seine Familie ihn monatelang gefoltert hatte.

Logan Mwangi (5) starb am 31. Juli 2021, nachdem seine Familie ihn monatelang gefoltert hatte.

South Wales Police
Am 30. Juni 2022 wurden Logans Stiefvater John Cole (40) und Logans Mutter Angharad Williamson (31) zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Auch ein 14-jähriger Teenager muss für 15 Jahre hinter Gitter. In welcher Beziehung der Jugendliche zum Opfer stand, ist nicht bekannt.

Am 30. Juni 2022 wurden Logans Stiefvater John Cole (40) und Logans Mutter Angharad Williamson (31) zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Auch ein 14-jähriger Teenager muss für 15 Jahre hinter Gitter. In welcher Beziehung der Jugendliche zum Opfer stand, ist nicht bekannt.

South Wales Police
Am Tag seines Todes tat die Familie so, als wäre Logan entführt worden.

Am Tag seines Todes tat die Familie so, als wäre Logan entführt worden.

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Angharad Williamson und John Cole wurden am Donnerstag in Wales wegen Mordes an dem fünfjährigen Logan Mwangi zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein 14-jähriger Teenager muss ebenfalls für 15 Jahre hinter Gitter. In welcher Beziehung der Jugendliche zum Opfer stand, ist nicht bekannt.

Die Mutter, der Stiefvater und der 14-Jährige hatten den kleinen Buben aus der Ortschaft Bridgend während der Pandemie gefoltert und verhungern lassen. Gerichtsmediziner hatten an Logans Leiche 56 Schnittwunden und Prellungen entdeckt. Der Junge hatte zudem «katastrophale» innere Verletzungen erlitten, die mit denen eines schweren Verkehrsunfalls vergleichbar waren.

Familie versuchte zunächst, den Tod zu vertuschen

Die Polizei entdeckte Logans leblosen Körper am 31. Juli 2021 im Fluss Ogmore. Die 31-jährige Mutter hatte an jenem Morgen die Behörden alarmiert, weil ihr Sohn «aus dem Haus verschwunden» war. Sie gab an, eine Frau habe Logan entführt. Williamson weinte verzweifelt und tat so, als würde sie nach Logan suchen. In Wirklichkeit – das zeigten später die Überwachungskameras der Nachbarschaft – hatte der 40-jährige Cole kurz zuvor die Leiche des Kleinen bis zum Fluss gebracht. Angharad Williamson hatte ihren Sohn tot in seinem Bett gefunden, nachdem er in den Tagen zuvor von Cole «brutal verprügelt» und zu Liegestützen gezwungen worden war.

Wie «Daily Mail» berichtet, hatte das Paar den Jungen offenbar schon vor mehreren Monaten begonnen zu foltern. Im August 2020 hatte Williamson ihren Sohn mit einem gebrochenen Arm zum Notfalldienst gebracht – allerdings erst einen Tag, nachdem Logan verletzt worden war. Monate später gestand die Mutter einer Freundin gegenüber, der Jugendliche habe den Jungen eine Treppe hinuntergeworfen.

Sozialarbeiterin fand alles in Ordnung im Haus

Im Mai 2021 entdeckte eine Sozialarbeiterin Verbrennungen an Logans Nacken. Dabei soll er unter einen zu heißen Wasserstrahl in der Badewanne gesteckt worden sein. Wochen vor seinem Tod erlitt Logan einen Bruch am Schlüsselbein. Diese Verletzung wurde nie medizinisch behandelt.

Als der Fünfjährige am 20. Juli letzten Jahres positiv auf Covid-19 getestet wurde, sperrten ihn seine Mutter und der Stiefvater in seinem Zimmer ein. «Er wurde wie ein Gefangener in seinem kleinen Schlafzimmer gehalten, einem Raum, den Williamson mit einem Kerker vergleicht», sagt Staatsanwältin Caroline Rees während des Prozesses.

Logan und ein jüngeres Geschwisterkind wurden vorübergehend von Sozialarbeitern betreut, weil John Cole als gewalttätig galt. Im Juni 2021 wurde die Maßnahme aber beendet, da angeblich keine Gefahr mehr bestand. Die Sozialarbeiterin hatte das Haus der Familie am Tag vor Logans Tod besucht. Obwohl der Junge knapp 19 Kilo wog und blaue Flecken am ganzen Körper hatte, sah die Frau keinen Grund dafür, etwas zu unternehmen.

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