Beschäftigungsinitiative – ProActif soll zu viele Gelder kassiert haben

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BeschäftigungsinitiativeProActif soll zu viele Gelder kassiert haben

LUXEMBURG - Laut Unternehmensprüfern hat die LCGB-nahe Beschäftigungsinitiative ProActif zu hohe Rechnungen erstellt und dadurch mehr Subventionen als erlaubt vom Staat erhalten.

Dem Bericht von Wirtschaftsprüfern zufolge hat die Beschäftigungsinitiative ProActif Leistungen in Rechnung gestellt, die nicht in der angegebenen Form erbracht worden seien. Das Audit, das im Auftrag des Beschäftigungsministeriums angefertigt worden ist, wurde am Mittwoch dem Parlamentsausschuss für Arbeit und Beschäftigung zugestellt, der sich am Freitagmorgen damit beschäftigen wird. Radio 100,7 hatte am Donnerstagmorgen als erstes aus dem Bericht zitiert.

Untersucht wurde der Zeitraum 2005 bis 2010. Vor allem bis 2009 sind Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. So seien Ausgaben, die von der öffentlichen Hand mitfinanziert werden, «aufgebläht» worden. Andere Ausgaben hätten nach Darlegung der Wirtschaftsprüfer nicht finanziert werden dürfen. Die Rede ist dabei von Löhnen und Investitionen. ProActif schuldete dem Arbeitsministerium Ende Dezember 2010 2,37 Millionen Euro, so die Revisoren.

Aufstockung der Mittel ohne Untersuchung

Einen Schatten wirft der Bericht ebenfalls auf den früheren Beschäftigungsminister François Biltgen (CSV). Die für ProActif bereitgestellten Mittel seien 2009 von 14 Millionen auf 15 Millionen Euro angehoben worden. Hier seien allerdings zusätzliche Untersuchungen erforderlich gewesen.

ProActif wird wie andere Beschäftigungsinitiativen auch vom Staat subventioniert. Sie dienen der Wiedereingliederung von schwer vermittelbaren Arbeitslosen in den regulären Arbeitsmarkt.

LCGB schweigt

LCGB-Verantwortliche wollten sich am Donnerstagmorgen noch nicht zu den Vorwürfen äußern. Man werde sich im Laufe des Tages melden, hieß es auf Anfrage. Man untersuche die Vorwürfe.

Nicht nur ProActif wurde unter die Lupe genommen. Genauer untersucht wurden bzw. werden auch Forum pour l’emploi und OPE. Beim OPE sei der Bericht noch nicht abgeschlossen, hieß es am Donnerstag. Die Audit-Ergebnisse für ProActif sollen am Freitag dem Parlamentsausschuss vorgestellt werden.

L'essentiel Online/tageblatt.lu

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