Jahresbilanz des LNS – Proben werden immer schneller ausgewertet
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Jahresbilanz des LNSProben werden immer schneller ausgewertet

DÜDELINGEN – Durch die Umstrukturierungen im LNS müssen Patienten in Luxemburg immer kürzer auf Biopsie-Ergebnisse warten. Auch die Rechtsmedizin wurde stark modernisiert.

Der neue Direktor des LNS Professor Friedrich Mühlschlegel (l.) stellte heute die Jahresbilanz 2017 vor. Das Fazit war durchweg positiv.

Der neue Direktor des LNS Professor Friedrich Mühlschlegel (l.) stellte heute die Jahresbilanz 2017 vor. Das Fazit war durchweg positiv.

Editpress/Editpress/claude Lenert

Am heutigen Freitag stellten Gesundheitsministerin Lydia Mutsch und der neue Direktor des LNS, Professor Friedrich
Mühlschlegel, ihre Jahresbilanz 2017 vor und zogen ein überaus positives Fazit. Dabei war Mühlschlegel selbst eine der großen Veränderungen, die das LNS im vergangenen Jahr erfuhr, ist er doch seit Februar 2017 neuer Direktor des Nationalen Gesundheitslabors.

Doch auch in anderen Abteilungen standen im vergangenen Jahr personelle Wechsel an. Gleich drei Abteilungen – die Pathologie, die Genetik und die Abteilung für Gesundheitsschutz sind mit neuen Abteilungsleitern besetzt worden. Hinzu kamen außerdem 42 neue Angestellte.
Bei der Personalwahl – das macht Mühlschlegel immer wieder deutlich – sind die Anforderungen an die Bewerberprofile sehr hoch: «Wir versuchen hier einen exzellenten Standort aufzubauen. Dementsprechend hoch sind unsere Erwartungen bei der Besetzung der einzelnen Positionen.»

Rechtsmedizin in Luxemburg ist «state of the art»

Die gesteigerte Effizienz ließ sich im Jahr 2017 insbesondere an den Ergebnissen der pathologischen Abteilung ablesen.
Wurden Ende 2016 noch fast die Hälfte aller Gewebeproben im Ausland untersucht, kann das Labor mittlerweile mehr als 90 Prozent der Proben im eigenen Haus analysieren. Für Patienten bedeutet das eine stark verkürzte «turnaround-rate» – Die Zeit also, die beispielsweise Krebspatienten auf Ergenisse von Biopsien warten müssen. Dies kann unter Umständen Leben retten, da ein früherer Behandlungsstart gewährleistet werden kann. Insgesamt wurden im LNS 97.000 Biopsien analysiert. Hinzu kommen 88.107 Analysen, die die bio-medizinische Abteilung durchgeführt hat. Dazu zählen Blutproben genau wie Untersuchungen von Fruchtwasser.

Ein weiterer Meilenstein für das Gesundheitslabor im Jahr 2017 war der Umzug großer Teile der luxemburger Rechtsmedizin in den neuen Gebäudekomplex «Phase 2» des LNS. Zuvor war die forensische Medizin in Luxemburg Stadt ansässig, die Wege sind nun also dementsprechend kürzer, die Kooperation zwischen den Abteilungen effizienter. Ein positiver Effekt auch für das Justizwesen in Luxemburg. Auch wurde in der rechtsmedizinischen Abteilung eine neue Technologie entwickelt, die Mühlschlegel als «state of the art» bezeichnet. Durch postmortale Computertomographie können in Zukunft Todesursachen und somit auch mögliche Verbrechen noch effizienter aufgeklärt werden. 2017 hat die Rechtsmedizin des LNS bereits 102 Autopsien durchgeführt.

Gewebeproben können immer schneller ausgewertet werden

Auch Gesundheitsministerin Lydia Mutsch ist zum Jahresabschluss mit der Arbeit des LNS hochzufrieden. Mutsch zeigte sich insbesondere beeindruckt davon, wie unproblematisch die großen personellen Veränderungen und der Anschluss der Rechtsmedizin vonstatten gingen. «Ich bin erstaunt, wie schnell das gegangen ist. Hier muss ich auch die sehr gute strategische Vorarbeit von unserem Interimsdirektor Professor Hartemann loben. Die Ziele, die wir uns für 2018 und 2019 gesteckt haben wurden teilweise bereits jetzt schon erreicht. Ich kann nur sagen, hier wurde gut gearbeitet», urteilte Mutsch gegenüber L´Essentiel hochzufrieden.

(ms/L'essentiel)

Laboratoire national de santé

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