Monopolstellung befürchtet – Projekt für Radio auf Französisch abgelehnt

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Monopolstellung befürchtetProjekt für Radio auf Französisch abgelehnt

LUXEMBURG – Vorerst wird es keinen französischsprachigen Radiosender geben. Die Regulierungsbehörde Alia hat die Pläne für «RTL 2» auf der Frequenz von DNR abgelehnt.

Die Frequenz des Radiosenders DNR wurde 2012 der Verlagsgruppe Saint-Paul für weitere zehn Jahre zugeteilt. Allerdings nicht für einen französischsprachigen Radiosender.

Die Frequenz des Radiosenders DNR wurde 2012 der Verlagsgruppe Saint-Paul für weitere zehn Jahre zugeteilt. Allerdings nicht für einen französischsprachigen Radiosender.

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Schon seit Februar sollte ein französischsprachiger Radiosender über die bisherige Frequenz von Radio DNR laufen. Doch aus dem Projekt wird vorerst nichts. Denn die neu gegründete, unabhängige Regulierungsbehörde für audiovisuelle Medien Alia hat den Antrag der beiden Partner RTL und der Verlagsgruppe Saint-Paul (Herausgeber des Luxemburger Worts und verantwortlich für den Radiosender DNR) am Montag abgelehnt. Diese wollten nach dem Modell des französischen Radiosenders «RTL 2» ein französischsprachiges Radio-Programm für ein luxemburgisches Publikum über die DNR-Frequenz ausstrahlen.

Die Alia hat wettbewerbsrechtliche Bedenken, wie die erst im vergangenen Sommer durch ein Gesetz ins Leben gerufene Regulierungsbehörde am Montag schreibt. Die Behörde sieht fünf Hinderungsgründe. Befürchtet wird eine Monopolstellung der beiden Medienunternehmen RTL und Saint-Paul auf dem Medienmarkt und auf dem Markt der nicht-luxemburgischsprachigen Radioprogramme. Denn Saint-Paul betreibt über seine Filiale Société de Radiodiffusion Luxembourgeoise bereits den portugiesischsprachigen Sender Radio Latina. Diese Konstellation ist laut Alia «problematisch für die Meinungsvielfalt».

Zu wenig Nachrichten, zu wenig Luxemburgisch

Geplant war «RTL 2» vor allem als Unterhaltungsprogramm mit Musik. Der «niedrige Informationsgehalt» sowie die französische Sprache erscheinen der Regulierungsbehörde ebenfalls problematisch, da die Frequenz ursprünglich an einen luxemburgischsprachigen Sender vergeben worden war, der Nachrichten einen wichtigen Platz einräumt. Gegen das Projekt spricht ebenfalls laut Alia die Tatsache, dass die Frequenz an ein Programm vergeben worden war, das sich vor allem an ein Publikum in Luxemburg wendet. Mit einem französischsprachigen Nachrichtensender werde aber, so die Kritik, auch ein Publikum von Grenzgängern außerhalb der Landesgrenzen angesprochen.

Die Akteure können nun beim Verwaltungsgericht gegen dieses Urteil vorgehen. Sowohl RTL als auch Saint-Paul werden derzeit nach eigenen Angaben eine mögliche Berufung gegen die Ablehnung prüfen. Die Pläne für das Joint Venture waren Ende November angekündigt worden. Der Verlagsgruppe Saint-Paul ist die DNR-Frequenz 2012 für weitere zehn Jahre zugeteilt worden.

(sb/jmh/L'essentiel)

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