Krisengeplagtes Land – Proteste in Venezuela eskalieren

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Krisengeplagtes LandProteste in Venezuela eskalieren

Venezuela leidet unter einer Wirtschaftskrise. Nun sind im südamerikanischen Land Demonstrationen eskaliert.

Am ersten Jahrestag der regierungskritischen Protestbewegung in Venezuela ist es bei neuen Demonstrationen zu Ausschreitungen gekommen. Dabei seien am Donnerstag in San Cristóbal mindestens fünf Menschen verletzt worden, sagte Bürgermeisterin Patricia Gutiérrez.

Während eines Protestmarschs lösten sich einige Demonstranten aus der Menge und schleuderten Steine und Gegenstände auf Bereitschaftspolizisten. Die Beamten reagierten mit dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen. Schaulustige rannten derweil mit ihren kleinen Kindern in die andere Richtung, um den Straßenschlachten zu entgehen. San Cristóbal gilt als Hochburg der Proteste gegen Präsident Nicolás Maduro im vergangenen Jahr.

Kondome für 700 Euro

Auch in der Hauptstadt Caracas kam es bei Demonstrationen zu einem Zwischenfall: Junge Aktivisten errichteten eine brennende Barrikade, um eine Zugangsstraße zu einem wohlhabenden Viertel zu blockieren. Bei Einbruch der Dunkelheit schleuderten einige Demonstranten Molotow-Cocktails auf die Polizei. Diese reagierte mit dem Einsatz von Gummigeschossen. Bei den monatelangen Protesten waren im vergangenen Jahr mehr als 40 Menschen umgekommen, sowohl Gegner als auch Unterstützer Maduros.

Venezuelas Wirtschaft leidet stark unter dem Verfall des Ölpreises. Das Ölgeschäft macht rund 90 Prozent der Fremdwährungseinnahmen aus. Zudem kämpft Venezuela mit einer enormen Teuerungsrate: 2014 lag die Inflation bei über 60 Prozent. Besonders gestiegen ist der Preis von Importgütern. Zeitweise kostete eine Packung Kondome 4760 Bolívar (700 Euro).

(L'essentiel/nsa/sda)

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