5G in Luxemburg – Provider zünden Vorstufe für das «Super-Mobilnetz»

Publiziert

5G in LuxemburgProvider zünden Vorstufe für das «Super-Mobilnetz»

LUXEMBURG – Die drei Mobilfunkanbieter Tango, POST und Orange investieren bereits in die 5G-Technologie. 2020 soll das ultraschnelle Handynetz flächendeckend verfügbar sein.

Nach offiziellen Angaben soll die 5G-Technologie 2020 in Luxemburg eingesetzt werden.

Nach offiziellen Angaben soll die 5G-Technologie 2020 in Luxemburg eingesetzt werden.

Die ultraschnelle 5G-Technologie ist der nächste Standard für Mobilfunk. Die Regierung in Luxemburg verfolgt den Plan, 5G bis 2020 flächendeckend umzusetzen. Die Betreiber sind da allerdings etwas zurückhaltender. Orange spricht von einem «ambitionierten Zeitplan», laut Tango könnte es bis zur Einführung noch «drei bis fünf Jahre» dauern. Davor wolle man sich auf den Ausbau des 4,5G-Netzes konzentrieren.

Die 5G-Datennetze bringen mehr Geschwindigkeit, aber vor allem eine niedrigere Latenzzeit bei der Verbindung mit sich. «Das Netzwerk kann Daten schneller verarbeiten», erklärt Pierre Goerens vom Telekommunikationsministerium. «Die Verbindung wird auch schneller sein, wenn mehr Smartphone-Nutzer sich von einem gleichen Ort einloggen. Da gibt es momentan noch Probleme.»

Investitionen in Millionenhöhe

Mit der 5G-Technologie werden «hochauflösendes Streaming und Virtual Reality besser unterstützt», sagt die Kommunikationschefin der POST, Carmen Engels. Laut Experten kann 5G sowohl für das Internet der Dinge als auch für den Betrieb des autonomen Autos eingesetzt werden. Beide Systeme erfordern eine blitzschnelle Datenverarbeitung.

«Der Unterschied zwischen 4G und 5G wird nicht so groß sein wie zwischen 3G und 4G», sagt Orange-Sprecher Thierry Iafrate. «Die Nutzer werden Änderungen bemerken, aber eher bei neuen Gewohnheiten als bei der Verbindungsgeschwindigkeit. 4,5G ist auch schon sehr schnell», fügt Xavier Feller von Tango hinzu. «Entlegenere Gebiete profitieren bei der Internetversorgung, denn es ist leichter und billiger, mit 5G-Frequenzen zu arbeiten als Glasfaser zu verlegen», erklärt Iafrate.

Laut Orange dürften sich die Investitionen für die 5G-Technologie auf «mehrere Millionen Euro» pro Betreiber belaufen. «Wir müssen dafür Hochfrequenzsender, Antennen und neue Frequenzbänder installieren», sagt Pierre Goerens. Außerdem erwähnen die Betreiber die sogenannten «Small Cells» (kleinen Funkzellen), 5G-Netzwerkzugangspunkte und ein neues Kernnetz, das die Bandbreite tragen kann. Um die Kosten zu senken, könnten die drei Betreiber dazu gebracht werden, Infrastrukturen gemeinsam zu nutzen.

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

Deine Meinung