Tod von Französin Kalinka – Prozess auf unbestimmte Zeit ausgesetzt

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Tod von Französin KalinkaProzess auf unbestimmte Zeit ausgesetzt

PARIS - Der sogenannte Kalinka-Prozess gegen den angeklagten deutschen Arzt Dieter K. ist auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Der 75-Jährige soll seine französische Stieftochter Kalinka getötet haben.

Der leibliche Vater Kalinkas, André Bamberski (Mitte), hatte den deutschen Arzt vor zwei Jahren gewaltsam nach Frankreich verschleppen lassen, damit er dort vor Gericht gestellt werden kann.

Der leibliche Vater Kalinkas, André Bamberski (Mitte), hatte den deutschen Arzt vor zwei Jahren gewaltsam nach Frankreich verschleppen lassen, damit er dort vor Gericht gestellt werden kann.

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Der sogenannte Kalinka-Prozess gegen den in Paris angeklagten deutschen Arzt Dieter K. ist auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Der Gesundheitszustand des 75-Jährigen lasse die Fortsetzung des Verfahrens derzeit nicht zu, teilte das Gericht am Donnerstag in Paris mit. Nach Informationen des Radiosenders Europe 1 haben Ärzte eine zweiwöchige Auszeit gefordert.

Der 75-Jährige steht unter Verdacht, 1982 seine französische Stieftochter Kalinka getötet zu haben. Der leibliche Vater Kalinkas, André Bamberski, hatte den deutschen Arzt vor zwei Jahren gewaltsam nach Frankreich verschleppen lassen, damit er dort vor Gericht gestellt werden kann.

14-Jährige vergewaltigt und mit Spritze getötet

Bamberski zweifelte die Gesundheitsprobleme des Angeklagten an. «Ich bin sicher, dass er übertreibt. Als Herzspezialist weiß er genau, wie er am besten simuliert», sagte der weißhaarige Mann, der sein Leben der Jagd auf Dieter K. gewidmet hat. Er verdächtigt ihn, die damals 14-Jährige vergewaltigt und mit einer Spritze getötet zu haben.

Ein französisches Gericht hatte Dieter K. bereits 1995 in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt. Ein Berufungsgericht hob das Urteil wegen Verfahrensfehlern später aber wieder auf. Die deutsche Justiz hatte ein Verfahren im Fall Kalinka eingestellt.

Dieter K. war bereits am Wochenende in ein Krankenhaus gebracht worden.

(L'essentiel online mit dpa)

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