Walter Klein verschwunden – Prozess gegen mutmaßlichen Täter endet

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Walter Klein verschwundenProzess gegen mutmaßlichen Täter endet

TRIER – Das Auto des vermissten Walter Klein ist 2007 in Clervaux gefunden worden. Von dem deutschen Rentner fehlt noch immer jede Spur. Der mutmaßliche Täter steht jedoch vor Gericht.

Mord und versuchte Anstiftung zum Mord wirft die Staatsanwaltschaft Trier einem Mann vor, der Walter Klein aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm in der Nacht vom 4. auf den 5. September 2007 getötet haben soll. Das mutmaßliche Opfer ist bis heute verschollen. Kleins Auto wurde einige Tage nach seinem Verschwinden ordnungsgemäß geparkt in Clervaux gefunden. Der Prozess hat bereits im Oktober vergangenen Jahres vor dem Landgericht Trier begonnen und geht am Donnerstag in die Endphase. Die Urteilsverkündung wird für Freitag erwartet.

Ausschlaggebend für den Prozess waren die Aussagen einer Nachbarin des Angeklagten, die nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY» die Ermittler anrief. Die Frau und ihr Lebensgefährte lebten in einem Haus, das der Angeklagte 1987 erworben hatte und bei dem es sich um das Elternhaus von Walter Klein handelte. Letzterer genoss dort lebenslanges Wohnrecht. Die Zeugin schilderte, der Angeklagte habe ihr und ihrem Lebensgefährten im Sommer 2001 mehrfach das Angebot unterbreitet, ihnen 10 000 Euro zu zahlen, wenn sie Walter Klein umbrächten. Das Paar lehnte entrüstet ab.

Der Angeklagte war bereits 1987 zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden - wegen versuchten Totschlags von Walter Klein. Dem Gefängnis entging er jedoch, da er mit seiner Frau floh und erst 2001 in die Eifel zurückkehrte, als die Strafe verjährt war. Da hatte er allerdings noch eine offene Rechnung: Walter Klein forderte 10 000 Euro Schadenersatz. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, den damals 69-jährigen Rentner aus Habgier getötet zu haben, um eben jener Zahlung zu entgehen.

L'essentiel Online

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